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Hockey: Schwarz-Weiß schlägt den Deutschen Meister

Hockey : Schwarz-Weiß schlägt den Deutschen Meister

Mit dem verdienten 3:1-Erfolg (0:0) über RW Köln sollten die Neusser Hockey-Damen den Klassenverbleib in der Bundesliga sicher haben.

Das hat es in dieser Form wohl noch nie gegeben. Obwohl sich der Hockey-Erstligist HTC SW Neuss mit dem 3:1-Heimsieg (Halbzeit 0:0) über den Deutschen Meister RW Köln mit ziemlicher Sicherheit aller Abstiegssorgen entledigt haben dürfte, war Trainer Simon Starck mit der Leistung seiner Mädels ganz und gar nicht zufrieden: "Wir haben nicht gut gespielt."

Dabei hatten die Gastgeberinnen den Lokalrivalen doch fast über die ganzen 70 Spielminuten sicher im Griff gehabt. Die Kölnerinnen, die mit dem Druck, unbedingt gewinnen zu müssen, offensichtlich gar nicht zurecht kamen, sorgten in der ersten Hälfte lediglich mit ebenso lang wie präzis in den Neusser Schusskreis getrieben Bällen hin und wieder für Gefahr. Dass die Partie bis zur Halbzeitpause torlos blieb, lag aber vor allem am HTC, der nicht nur drei Strafecken ungenutzt verstreichen ließ, sondern auch eine ganze Reihe weiterer erstklassiger Chancen.

Als Bannbrecher erwies sich in der 47. Minute ausgerechnet der überraschende Führungstreffer der Gäste per von Inga Stöckel verwandelter Strafecke. Nur drei Minuten später schlug Neuss beherzt zurück: Kim Kövel, von Eva Nacken und Nadine Ritterbach über die rechte Außenbahn wunderbar in Position gebracht, "schrubbte" die Kugel zum Ausgleich in den Kölner Kasten.

Schwarz-Weiß blieb dran, überstand zunächst unbeschadet Kölns vierte Strafecke (52.) und markierte dann bei der sechsten kurzen Ecke durch Luisa Steindor in überzeugender Manier das 2:1 (56.). Ein Tor, das den Champion bis ins Mark traf. "Danach waren wir mental völlig weg", sagte der als Trainer erst am 1. April komplett von Neuss in die Domstadt gewechselte Markus Lonnes. Die Gastgeberinnen setzten sofort nach, machten nach energischer Vorbereitung von Lina Geyer durch Torjägerin Theresa Laubenstein mit dem 3:1 (59.) den dritten Sieg in Folge perfekt.

Der Höhenflug seiner Schützlinge stimmt Starck indes keineswegs euphorisch. Gewohnt nüchtern stellte er fest: "Wir schauen weiter nach unten. Die drei Punkte sind ein extrem wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt, aber wir sind noch nicht durch." Allerdings kommt die Erfolgsserie seines Teams nicht aus dem Nichts. Mitverantwortlich dafür sind vor allem drei Faktoren: Mit Lina Geyer und Verena Würz hat der Kader im Vergleich zur Hinrunde einen deutlichen Qualitätsschub erfahren. Dazu kann Lina Geyer neben Luisa Steindor und Javiera Villagra ohne Pausen durchspielen, was bei dem immer noch sehr kleinen Kader ein Riesenvorteil ist. Auch die Stimmung im Team ist jetzt wesentlich besser. Starck: "Vor der Saison standen wir im Training oft mit nur acht Spielerinnen auf dem Feld. Das hat keinen Spaß gemacht." Und schließlich macht das Trainerteam bei der Vorbereitung der Mädels auf die jeweiligen Gegner offensichtlich einen richtig guten Job.

(NGZ)