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Hockey: Schwarz-Weiß punktet zum vierten Mal in Folge

Hockey : Schwarz-Weiß punktet zum vierten Mal in Folge

Weiter fleißig Punkte im Abstiegskampf sammelt Hockey-Bundesligist SW Neuss. Mit dem 2:2 gegen Alster aber war keiner richtig zufrieden.

Wie weit der zu Saisonbeginn als einer der heißesten Abstiegskandidaten gehandelte Hockey-Bundesligist HTC SW Neuss unter der Regie von Trainer Omar Schlingemann gekommen ist, zeigten die Akteure Sekunden nach dem 2:2 (Halbzeit 0:1) gegen den Club an der Alster. Philipp Weide feuerte vor Wut den Schläger auf den Boden, Sebastian Draguhn machte seinem Ärger mit einem kräftigen Fluch Luft und Gregor Steins stellte enttäuscht fest: "Das war jetzt schon das vierte Spiel in dieser Saison, in dem eine 2:1-Führung nicht zum Sieg gereicht hat."

In der Tat. Wenn sich der Aufsteiger vor dem Gang in die Feldpause etwas vorzuführen hat, dann, dass er zu selten voll punktet. Sechs Unentschieden stehen für Schwarz-Weiß mittlerweile zu Buche — davon vor heimischem Publikum zuletzt drei in Folge. Nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit kam Schlingemann darum zu dem Schluss: "Wir hätten gewinnen können." Dabei waren die ebenfalls noch nicht ganz gesicherten Hamburger ein bärenstarker Gegner. Vor allem die Strafecken wussten zu beeindrucken. Die erste nach fünf Minuten saß gleich, allerdings schlug der von Phillip Fröschle geschlagene Ball regelwidrig oberhalb des Torbrettes ein. In der 23. Minute aber führte die gleiche Variante über die Stationen Alessio Ress und den südafrikanischen Nationalspieler Craig Haley zum verdienten 1:0 für die in der Offensive wesentlich aktiveren Gäste.

Dass Alster über weite Strecken der Partie im Ballbesitz war, störte Schlingemann freilich nicht im Geringsten. Ganz im Gegenteil: "Es ist statistisch erwiesen, dass sowohl im Fußball als auch im Hockey die meisten Treffer nach Ballgewinnen fallen. Darum will ich den Ball gar nicht haben." Wie das im Idealfall aussieht, zeigten die Hausherren zu Beginn der zweiten Hälfte. Mit knackigen Attacken erspielen sich die Neusser zwei Strafecken: Die erste, fast eine Doublette des Hamburger Führungstreffers, brachte nach gestochen scharfem Pass Draguhns das 1:1 durch Ivo Otto (42.), die zweite nutzte der mustergültig freigespielte Abbas Haider nur zwei Minuten später mit einer ordentlichen Salve zum 2:1. Eine zu diesem Zeitpunkt nicht unverdiente Führung.

Dass seine wacker kämpfenden Schützlinge in der Folge nicht nachzusetzen wussten, machte der Trainer an der, trotz knüppelharter Arbeit seit seinem Amtsbeginn, immer noch fehlenden Fitness fest. "So standen wir in der Verteidigung vor der Ecke zum 2:2 wieder nicht in den abgesprochenen Positionen." Die Nachlässigkeit bestrafte Spezialist Phillip Fröschle prompt mit dem 2:2 (62.). Die daran anschließende Drangperiode der Gäste überstand der Neuling mit Glück und ganz viel Herz. In der Winterpause will der Coach nun nicht nur weiter an der Athletik, sondern auch an der Psyche seiner Truppe arbeiten: "Die Jungs haben einfach noch viel zu viel Angst, Fehler zu machen."

(NGZ)