Hockey : Schwarz-Weiß muss sparen

Weil der Etat eine Deckungslücke von rund 30 000 Euro aufweist, muss Hockey-Bundesligist HTC SW Neuss den Gürtel enger schnallen. Eine Aufgabe für Andreas Schwarz, der nach 17 Jahren den Vorsitz von Astrid Paul übernahm.

Bevor nackte Zahlen zurück in den Fokus der Mitglieder rückten, war es an der Zeit, Abschied zu nehmen. Astrid Paul schied am Montag nach einer halben Ewigkeit aus der Führungsspitze des Hockey- und Tennis-Club Schwarz-Neuss aus. "Nach 19 Jahren im Vorstand, davon 17 als 1. Vorsitzende", sagte Wilhelm Fuchs, der Paul in seiner Eigenschaft als Vorsitzender mit der Ehrennadel des Stadtsportverbandes auszeichnete. Als Chefin mit der längsten Amtszeit ernannte sie der HTC zum Ehrenmitglied.

Erfolgreiche Jungs: Erst vor einem Jahr sind die Herren des HTC Schwarz-Weiß Neuss auf dem Feld ins Oberhaus der Hockey-Bundesliga zurückgekehrt. Foto: A. Woitschützke

Die keineswegs leichte Nachfolge hat Andreas Schwarz angetreten. Der war zuvor in Personalunion Leiter der Hockey-Abteilung und Schatzmeister des Gesamtvereins, weiß also sehr genau, wie es um die Schwarz-Weißen finanziell bestellt ist. In der Kasse der Hockey-Abteilung fehlen rund 30 000 Euro. Ein Novum, möchte Schwarz festgehalten wissen, "erstmalig können wir einen Etat nicht decken". Ein Defizit, das der gut aufgestellte Verein zwar auffangen könne, beruhigt Schwarz, doch sieht er die Hockey-Abteilung in der Pflicht, diese Gelder in Zukunft zurückzuzahlen.

Geehrt: Astrid Paul (mit Ehepartner "Butz" Paul) gab den Vorsitz ab. Foto: Marcus Hammes

Rückzug ist kein Thema

Dies ist freilich einfacher gesagt als getan. Schwarz: "Denn wie für jeden Verein ist es auch für uns ein Kraftakt, die Bundesliga zu stemmen. Die Sponsoren stehen nicht Schlange." Und der HTC ist sowohl mit den Herren als auch mit den Damen im Oberhaus vertreten. Die Bundesliga freiwillig zu verlassen, sei aber kein Thema, stellt der neue Vorsitzende klar. "Und auch unsere Trainer können wir weiter bezahlen." Ersatzlos gestrichen werden jedoch Trainingslager und Übernachtungen vor Auswärtsspielen etwas in Hamburg oder Berlin. Da rund zwei Drittel der Lücke im Bundesliga-Spielbetrieb entstanden ist, sollen gerade dort größere Anstrengungen in der Akquise von Sponsorengeldern unternommen werden. "Wir brauchen mehr Unterstützer für den Hockey-Standort Neuss", fordert Schwarz.

Die aktiven Damen sind bereits tätig geworden, haben einen "Hilferuf bei Unternehmen und der Elternschaft" abgesetzt (Schwarz). Erste Erfolge, etwa eine Zuwendung im kleinen vierstelligen Bereich, seien bereits zu erkennen. "Grundsätzlich", so Astrid Paul in ihrer Abschiedsrede, "fehlt es hier jedoch an einer Spendenkultur. Bei uns engagieren sich immer noch die gleichen Leute, die die Bundesliga vor 20 Jahren initiiert haben".

Bewegung ist derweil beim Personal zu erkennen. Fast schon euphorisch beurteilt Schwarz die unmittelbar bevorstehende Wahl von Thomas Draguhn zum Leiter der Hockey-Abteilung. "Das ist eine ganz tolle Nachricht. Wir wollen die Leute aus den Bundesliga-Teams mehr in die Vereinsarbeit einbinden, und wenn nun mit dem ehemaligen Nationalspieler Thomas Draguhn der langjährige Kapitän der ersten Mannschaft Verantwortung übernimmt, ist das großartig. Besser geht's ja gar nicht."

Übrigens: Ab Samstag gibt's endlich wieder Bundesliga-Hockey ...

(NGZ)