Lokalsport : Schwarz-Weiß gibt weiter Gas

Schon gestern begann für den Hockey-Zweitligisten aus Neuss die Gastspielreise in Hamburg.

Das Thema Aufstieg ist für den HTC SW Neuss - wie im Übrigen auch für die Konkurrenz in der 2. Hockey-Bundesliga Nord - mittlerweile durch, zu überlegen scheint der zur Rückrunde personell noch mal aufgehübschte Tabellenführer Hamburger Polo Club. Doch abgehakt haben die fünf Punkte zurückliegenden Schwarz-Weißen die Saison damit noch nicht. Weil auch Platz zwei sexy ist, sind die Neusser bereits gestern nach Hamburg aufgebrochen, wo heute (15 Uhr) gegen den Klipper THC und morgen (12 Uhr) bei der TG Heimfeld ein Doppelspieltag ansteht.

Dass damit Kosten für zwei Übernachtungen im Stammhotel in Norderstedt anfallen, nimmt der Verein in Kauf. "Im vergangenen Jahr sind wir erst am Samstag gefahren und haben in Flottbek nach ganz schwacher Leistung deutlich verloren", erinnert sich Trainer Matthias Gräber. Für ihn steht fest: "Wenn du schon am Freitagabend zusammen bist, macht das für die Mannschaft noch mal fünf Prozent frei."

Schaden kann das nicht. Zwar ist Klipper - im Vorjahr noch im Oberhaus aktiv - Tabellenletzter und hat bis zum rettenden Ufer schon drei Punkte aufzuholen, entsprechend groß ist damit allerdings auch die Bereitschaft, sich gerade auf heimischem Geläuf voll reinzuhängen. Da das zu wenig sein könnte, haben sich die Hanseaten in der Winterpause noch mal verstärkt: Laufen die erstligaerfahrenen Routiniers Jan Simon (zuletzt TSG Neustadt/36 Jahre), Phillip Fröschle (Pause/35) und Gregor Steins (lange Jahre Kapitän in Neuss/30) tatsächlich noch mal auf, sollte das Team von Trainer Christian Blunck vor allem in der Abwehr schwer zu knacken sein. Bei Schwarz-Weiß Köln ging vor einer Woche freilich gar nichts, im Kellerduell bezogen die Hamburger eine herbe 1:6-Niederlage. Gräber traut dem Braten nicht so recht, bezeichnet Klipper darum als Wundertüte.

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Klarer liegt der Fall am Sonntag, wenn es im Bezirk Harburg gegen Gastgeber TG Heimfeld geht. "Das ist im Vergleich der fünf Zweitligisten in Hamburg die zweite Kraft hinter Polo", sagt Gräber. Der mit Abstand wichtigste Mann im Team des Tabellenvierten, der aber weiterhin am Ziel Klassenverbleib festhält, ist Spielertrainer Alexander Otte. Über den 35-Jährigen, zu Beginn des Jahres mit Deutschland bei der Hallen-WM in Berlin im Einsatz, läuft so ziemlich alles bei den Gastgebern. Beim 0:4 am vergangenen Samstag gegen Spitzenreiter Hamburger Polo Club fehlte er wegen einer Ellenbogenverletzung, morgen soll er aber wieder dabei sein. Ein Vorteil ist allerdings weg: Seit kurzem verfügt Heimfeld über einen neuen Kunstrasen. "Der alte", erinnert sich Gräber mit Grausen, "war glatt wie Seife."

Verzichten werden die Neusser in Hamburg neben Oleskii Bielozerov, der sich im Training nicht anbieten konnte, auch auf Amrit Beaty. Der junge Nationalspieler aus den USA hat womöglich einen Bandscheibenvorfall erlitten und wartet nun auf die genaue Diagnose. Ins Team zurück kehrt dafür Oliver Stümpel.

(NGZ)
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