Jüchen : Schulen warten auf Schüler

In Jüchen laufen die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen. Die Gemeindeverwaltung wartet das Ergebnis ab, ehe sie den neuen Arbeitskreis Schule einrichtet. Gespräche mit der Bezirksregierung wurden bereits geführt.

Seit Samstag können Eltern ihre Kinder für die fünften Klassen in Jüchen anmelden – das Ergebnis wird mit darüber entscheiden, welche Schulformen es in der Landgemeinde künftig geben wird. "Zurzeit besteht für die Gemeindeverwaltung noch kein Handlungsbedarf", machte Bürgermeister Harald Zillikens gestern gegenüber der NGZ deutlich. Er will erst die Entscheidungen der Eltern für Gymnasium, Real- oder Hauptschule abwarten, ehe er den neuen Arbeitskreis Schulen zusammenruft. Darin sollen sich Verwaltung, Politiker und Schulleiter Gedanken über die Zukunft der Bildungseinrichtungen machen. Erste Gespräche mit der Bezirksregierung in Düsseldorf hat es aber bereits gegeben.

"Allgemein informiert"

Die Schulen in allen Kommunen stehen vor Herausforderungen – aus unterschiedlichen Gründen: Kurzfristig ist die verbindliche Empfehlung nach der vierten Klasse für den weiteren Schulbesuch weggefallen: Mütter und Väter können – anders als bisher – entscheiden, ob sie ihr Kind auf Gymnasium, Real-, Haupt- oder Gesamtschule schicken. Langfristig wird der demografische Wandel zu spüren sein: "Auch in Jüchen rechnen wir mit einem Rückgang der Schülerzahlen in Höhe von 20 Prozent", sagt Harald Zillikens.

Erste Gespräche zwischen Bezirksregierung und Jüchener Verwaltung hat es über die Zukunft der Schulen bereits gegeben – eine Entscheidung aber noch nicht. "Wir haben uns erstmal über die unterschiedlichen Möglichkeiten informiert, die wir durch Erlasse oder Schulgesetze zur Verfügung haben", erläutert der Verwaltungs-Chef. In NRW gebe es acht oder neun Schulformen – von der Gesamtschule bis zur Gemeinschaftsschule. Im Gespräch sei es auch um organisatorische Abläufe gegangen: welche Fristen einzuhalten seien oder welche Kriterien zu erfüllen seien.

"Noch nichts entschieden"

Ein Beispiel: die einzügige Ganztagshauptschule (GTHS) in Hochneukirch. Deren kommissarischer Leiter, Konrektor Werner Fritsche, befürchtet zwar einen Rückgang der Anmeldungen, hofft aber auf 18 Fünftklässler – und damit auf die Zukunft seiner Schule für ein weiteres Schuljahr: "Kommen die Kinder nicht, müssen Gemeinde als Schulträger und Bezirksregierung handeln." – "Wir warten die Anmeldungen erstmal ab", so der Bürgermeister. Auch die Jüchener Parteien sehen den Zwang zu handeln: Während CDU und FDP eine Verbundschule favorisieren, hatten sich die Bündnisgrünen für eine Gemeinschaftsschule ausgesprochen.

(NGZ)