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Korschenbroich: Schützen: Vollwert statt Fritten

Korschenbroich : Schützen: Vollwert statt Fritten

Schützenfest – das ist Alt, Pommes und Currywurst. Von wegen! Im ersten Schützen-Kochbuch gibt es Vollkornmehl, Grünkern und Rote Beete. Warum das den Körper ideal auf Parade und Bierchen vorbereitet, wird im Buch erklärt.

Schützenfest — das ist Alt, Pommes und Currywurst. Von wegen! Im ersten Schützen-Kochbuch gibt es Vollkornmehl, Grünkern und Rote Beete. Warum das den Körper ideal auf Parade und Bierchen vorbereitet, wird im Buch erklärt.

Pikantes Vogelschuss-Brot, kleine Schützensäbel mit Dip und Klompenball-Eintopf. Allein schon dieser wunderbaren Rezepttitel wegen braucht jeder, der dem Schützenbrauchtum verbunden ist, dieses Buch. "Was Leckeres zum Schützenfest!" verspricht das Kochbuch auf dem Cover. Das klingt gewöhnlicher, als es ist. Dabei lässt nicht allein die Tatsache, dass es seit gestern Deutschlands erstes Kochbuch speziell für die Bedürfnisse von feiernden Schützen im Handel gibt, aufhorchen.

Wer es liest, findet Erstaunliches. Nämlich eine kleine Ernährungsfibel, die immer und für jeden gilt (viel Frisches und Vitalstoffreiches, wenig Fett) und die Ernährungsexperten um die besonderen Bedürfnisse für echte Feiertage ergänzt haben.

Und die sehen so aus: wenig Schlaf, körperliche Anstrengung, mehr Alkohol als sonst und die Lust am Genuss. Denn die will Horst Thoren, Bezirksbundesmeister der 39 Bruderschaften in Mönchengladbach und Korschenbroich, seinen Schützen nicht austreiben, ganz im Gegenteil. "Es muss schmecken. Festtage sind schließlich keine Fastentage", sagt er. Drum ist das Bier — das eigentlich Gift für den Körper ist, wie ein Kapitel erklärt — natürlich erlaubt. Das gesunde Essen soll dem Körper helfen, auch im Ausnahmezustand Schützenfest möglichst bald wieder zum regulären Stoffwechsel zu kommen.

Für das Schützen-Kochbuch hat Thoren ein Team um sich geschart. Der Schützen-Chef hat den Input gegeben, was der Schütze beim Fest alles tut und lässt. Ursula Fiering-Willeboordse, Ernährungsberaterin bei der NEW, hat aus diesen Informationen und ihrem Wissen um gesundes Essen die Rezepte ersonnen. Birgitta Ronge, Schützen-Kennerin und Kochbuch-Sammlerin, hat die Illustrationen beigesteuert. Sie lässt sich Schützen-Willi, der schon in zwei anderen erfolgreichen Büchern das Brauchtum erklärt hat, durch die Rezepte futtern. Verleger Norbert Neuenhofer, der im B. Kühlen Verlag sonst vor allem Kunstbücher herausgibt, war so von der Idee angetan, dass er Thoren das gemeinsame Buch vorschlug.

Und da Thoren wissen wollte, ob die Gerichte auch wirklich was für jedermanns Gaumen sind, lud er Mönchengladbacher Lokalprominente aus Politik und Wirtschaft ein. Die kochten und schmausten zusammen. Rainer Hellekes, Vorstand der NEW, gestand: "Ich habe davon inzwischen manches nachgekocht." Ex-Oberbürgermeisterin Monika Bartsch reichen indes drei Worte: "Richtig, richtig lecker!"

So gibt es nun auf 88 Seiten 62 Rezepte, informativ aufbereitete Ernährungslehre und reichlich Augenzwinkern. Zum Beispiel beim Namen dieses Kuchens: "Hoch lebe die Mandarine" vom Blech.

Das Rezept für die Schützensäbel:

Für zwölf "Säbelchen":

400 g Bergkäse in 24 Würfel schneiden

12 Kirschtomaten halbieren

24 entsteinte grüne Oliven abtropfen lassen

Käsewürfel, Oliven und Tomaten abwechselnd auf zwölf

Holzspieße stecken und mit buntem Pfeffer aus der Mühle würzen

Für den Dip:

75 g Schmand, 1 EL Honig und 2 EL grober Senf in einem Rührbecher glatt rühren. Zu den Spießen reichen.

Nährwert pro Stück:

170 kcal (10 g Eiweiß, 13 g Fett, 3 g Kohlenhydrate)

(NGZ/ac)