Jüchen : Schützen gegen Heimpläne

Weil der geplante Senioren-Park Garzweiler unmittelbar ans Bürgerhaus Priesterath grenzt, befürchten die Schützen der Dorfgemeinschaft das Ende für ihr Fest. Der Bürgermeister will nur bedingt Rücksicht nehmen.

Harald Zillikens ist nicht gewillt, das Millionenprojekt Senioren-Park Garzweiler von einigen Schützen verhindern zu lassen. "Wenn neun Millionen Euro investiert werden, rund 100 Arbeitsplätze entstehen und Jüchen als Standort für ältere Menschen interessanter wird, haben Einzelinteressen zurückzustehen", sagt der Bürgermeister. Der Planungsausschuss folgte gestern Abend einstimmig der Verwaltungsvorlage: Der Senioren-Park wird in einem beschleunigten Bauverfahren auf den Weg gebracht. Trotz Schützen.

Genau genommen sind es 24 Schützen, die an ihren Traditionen festhalten wollen. Weil der Verein ein eigenes Festzelt nicht mehr bezahlen kann, nutzt er das Bürgerhaus Priesterath für sein Schützenfest. Das Gebäude grenzt unmittelbar an die Brache des alten Garzweiler Sportplatzes. Genau dort soll der Senioren-Park ab dem Spätsommer entstehen. "So lange wir einen Schützenkönig stellen können, werden wir unser Schützenfest feiern", bekräftigt Heinz Josef Schlösser.

Strittig ist nun die Frage, ob die feiernden Schützen zu laut für die Senioren im angrenzenden Altenheim sind. Eine entsprechende Untersuchung steht noch aus. Die Schützen nutzen das Bürgerhaus nicht nur für ihr Schützenfest, sie vermieten das Gebäude auch an Privatpersonen. "Die Gemeinde hat uns die Verwaltung des Gebäudes übertragen. Mit den Einnahmen aus der Vermietung finanzieren wir unser Schützenfest", sagt Schlösser. Zillikens Vorschlag, für die Feierlichkeiten ins angrenzende Garzweiler auszuweichen, hält Schlösser Traditionen entgegen. "Wir feiern nicht in Garzweiler. Dann ist das Fest am Ende."

Eine Lärmschutzwand könnte die Lösung bringen. Sie ist in den bisherigen Planungen noch nicht vorgesehen. "Vielleicht kommen wir auch ohne Wand aus, wenn wir die Parkplätze des Bürgerhauses verlegen", sagt Architektin Golineh Lorenz vom Investor Soleo. Das Kaarster Planungsbüro stellte gestern Abend in Haus Katz gemeinsam mit der Betreibergesellschaft "carpe diem" die endgültigen Planungen vor. Auf dem rund 7100 Quadratmeter großen Grundstück werden zwei Gebäude entstehen.

Im nördlich gelegenen Komplex sind stationäre Wohngruppen, der Versorgungsbereich und ein öffentliches Café untergebracht. Im südlichen Gebäude entstehen betreute Wohnungen. Im Herbst 2013 soll alles fertig sein. Die Präsentation fand breite Zustimmung bei der Politik. "Dieses Projekt ist zukunftsweisend für Jüchen", sagte Michael Paschke (CDU).

(NGZ/rl)