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Korschenbroich: Schützen: Dialog mit der Gema

Korschenbroich : Schützen: Dialog mit der Gema

Zum 1. Januar 2013 tritt ein neues Tarifsystem der Gema in Kraft. Die Bruderschaften und Schützenvereine müssen dann deutlich mehr Gebühren zahlen. In Berlin gab's jetzt ein Treffen mit einem Gema-Vorstandsmitglied.

Noch immer sind die Schützen in Sorge: Zum 1. Januar 2013 will die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) ihr Tarifsystem neu strukturieren.

Mit massiven Gebührenerhöhungen muss dann nicht nur die Gastronomie rechnen — sondern ebenfalls das Brauchtum. Gestern reiste Ralf Heinrichs, Geschäftsführer des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, nach Berlin, um einem Vorstandsmitglied der Gema den Standpunkt der Schützen zu erläutern.

"Die Stimmung war friedlich. Ich habe das Gefühl, dass wir von der Gema verstanden worden sind", berichtet Heinrichs. "Wir hatten ausführlich Gelegenheit, unsere Bedenken zu äußern." Nicht ohne Hoffnung kehrte er daher wieder in die Heimat zurück.

Zweites Gespräch ist geplant

An dem Gespräch in der Hauptstadt nahmen auch der Deutsche und Sauerländer Schützenbund teil. Initiiert hatte den Termin der Korschenbroicher CDU-Bundestagsabgeordnete Ansgar Heveling. Doch noch will Ralf Heinrichs keine Entwarnung in Sachen Gema-Gebühren geben. "Wir werden uns zeitnah zu einem zweiten Gespräch treffen", sagt er.

Laut Gema soll das neue Tarifsystem gerechter und einfacher werden. Mit der Reform sollen insbesondere kleine Veranstalter entlastet werden. "Die großen Veranstalter haben bisher im Verhältnis zu wenig gezahlt", sagte Gema-Pressesprecherin Gabi Schilcher in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Stephan Büttner, der Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Musikveranstalter, hält das allerdings für eine bloße Behauptung.

"Die Masse zahlt mehr — oft das Doppelte und Dreifache", kritisiert Büttner. Laut seiner Berechnung müssten etwa die Korschenbroicher Bruderschaftler nächstes Jahr nicht mehr knapp 1000 Euro pro Wochenendabend für das Festzelt zahlen, sondern mit 2000 Euro gleich doppelt so viel. "Wenn die Reform ohne Korrektur umgesetzt würde, müssen alle Schützenvereine mit einem Zelt über 1000 Quadratmeter mit massiven Zuschlägen rechnen", kritisiert auch Ralf Heinrichs.

Ihm gibt auch Hoffnung: Das Deutsche Marken- und Patentamt prüft derzeit in einem Schiedsverfahren die geplante Reform. Der neue Gema-Gebührenkatalog steht auch bei Club- und Discothekenbetreibern scharf in der Kritik.

(NGZ/rl)