Jüchen : Schüler effektiver fördern

Georg Broens, Leiter der Realschule, führt auch die Arbeitsgruppe, die zurzeit das pädagogische Konzept für die Gemeinschaftsschule erstellt. Was der Modellversuch für die Schüler ändern würde, erklärt er im Interview.

Eine Arbeitsgruppe bereitet in Jüchen die Einführung der Gemeinschaftsschule vor. Deren Leiter Georg Broens spricht im Interview darüber, warum ihn diese Aufgabe begeistert und wo die besonderen Herausforderungen liegen.

Herr Broens, viele Eltern verunsichert der Begriff "Gemeinschaftsschule". Wie würden Sie das Modellprojekt definieren, was wird sich für die Schüler ändern?

Georg Broens Die Gemeinschaftsschule nimmt in der Eingangsstufe alle Schüler auf. Ideal wäre, wenn ein Drittel eine Empfehlung für das Gymnasium, ein Drittel eine Empfehlung für die Realschule und ein Drittel eine Empfehlung für die Hauptschule mitbringen würde. Diese Gruppe wird eine Klasse mit maximal 25 Schülern bilden, vier Klassen werden in Jüchen eine Jahrgangsstufe bilden. Das gemeinsame Lernen wird auf jeden Fall in der Stufe 6 fortgeführt werden. Die individuelle Förderung eines jeden Schülers wird wegen Aufstockung der Lehrer um etwa 25 Prozent und des pädagogischen Konzepts sehr effektiv sein. Einen Schulwechsel für Leistungsschwache gibt es nicht. Die Gemeinschaftsschule führt in neun Jahren zum Abitur. Daher wird die Realschule eine Kooperation mit dem Gymnasium Jüchen eingehen, damit die Schüler einen fließenden Übergang in die Oberstufe erleben.

Welche Ergebnisse gibt es bisher in der Arbeitsgruppe?

Broens Mit der Sitzung am 13. Mai steht der Steuergruppe ein erfahrener Schulentwickler zur Seite. Eine offene und breit angelegte Information der Öffentlichkeit ist der Steuergruppe wichtig. Im ersten Schritt werden Lehrer, Klassenpflegschaftsvorsitzende und Stellvertreter in den vier Grundschulen in Jüchen informiert. Zudem wird es im Juni für Grundschul-Eltern einen ,Workshop' geben, in dem sie ihre Vorstellung zur Gemeinschaftsschule einbringen sollen. Die Kollegien von Hauptschule, Realschule und Gymnasium sind über die Mitglieder der Steuergruppe in den Prozess eingebunden. Die Schwerpunkte unserer Arbeit liegen jetzt in der Frage der Kooperation mit dem Gymnasium sowie der Ausgestaltung der Jahrgangsstufen 7 bis 10 der Gemeinschaftsschule.

Welche generellen Überlegungen werden zum Konzept gehören?

Broens In der Gestaltung der Struktur der Jahrgangsstufen 7 bis 10 ist die Stärke der Gemeinschaftsschule zu sehen. Zwischen dem Modell der durchgängigen Arbeit in sechs Schuljahren in integrativer Form und dem Modell der Abbildung des dreigliedrigen Schulsystems mit einem Haupt- und Realschulzweig sowie einem gymnasialen Zweig ab der Stufe 7 kann es alle unterschiedlichen Mischformen geben. Diese pädagogische Freiheit gibt es sonst nicht. In Kürze wird sich die Steuergruppe mit diesem Thema beschäftigen.

(NGZ)