Jüchen: Schüler bemängeln Mensa-Essen

Die Mensa für Realschüler und Gymnasiasten ist wenig ausgelastet. Statt Gedränge wie zum Start 2010 gibt es häufig leere Stühle. Während Schüler die Qualität des Essens bemängeln, teilen Fördervereine und Lehrer die Kritik nicht.

"Das Essen in der Mensa schmeckt uns nicht", sagt Gymnasiast Timo (Name von der Redaktion geändert). Eine Realschülerin ergänzt: "Oft weiß man nicht, was sich hinter den Beschreibungen der Gerichte verbirgt." Zwei einzelne Meinungen, doch ein Blick in die Mensa zwischen Realschule und Gymnasium zeigt: Die rund 120 Plätze sind in der Mittagszeit oft nur zur Hälfte besetzt.

Das Gebäude (Investitionsvolumen: 680 000 Euro) war im Dezember 2010 eröffnet worden. Damals gab es Bedenken, ob für die 1200 Kinder und Jugendlichen der Platz überhaupt ausreichen würde — "und in den ersten vier Monaten stießen wir auch an unsere Kapazitätsgrenzen", sagt Petra Spieß, Fördervereinsvorsitzende am Gymnasium und Koordinatorin für die Mensa. Inzwischen sei die Nachfrage "zurückgegangen" — auf durchschnittlich 40 Essen pro Tag.

Die Gemeindeverwaltung nennt andere Zahlen: "Rund 80 Essen werden in der Mensa täglich ausgegeben", sagt Bernd Krahwinkel, Leiter des Fachbereichs Schulen. "Das ist wenig." Dass die Nachfrage zurückgeht, sei für ihn aber keine Überraschung. "Darauf hat uns Caterer Marco Borger, der Erfahrung mit mehreren Schulmensen vorweisen kann, bereits im Vorfeld hingewiesen." Nach dem ersten Run sei eine Flaute normal. Für die Gemeinde stellt Krahwinkel klar: "Wir sind mit der Mensa und auch mit dem Caterer zufrieden." Dass das Essen schmecke, würde ihm auch der eigene Sohn bestätigen.

Konkurrenz Fastfood

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"Die Qualität des Essens hat nicht nachgelassen", meint auch Petra Spieß. Auch ihre Tochter isst regelmäßig in der Mensa. Die beiden Fördervereine hätten sich damals bewusst für einen Anbieter entschieden, der die "Standards der Gesellschaft für gesunde Ernährung" beachte. So kämen in der Schulmensa täglich fünf unterschiedliche Gerichte auf die Teller, dazu gebe es immer Salat. Auch Anke Lohr, Fördervereinsvorsitzende der Realschule, kann die Schülerkritik nicht nachvollziehen: "Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut, die Qualität gleichbleibend gut." Sie sieht die Konkurrenz McDonalds: "Das ist für einige cooler, als in der Mensa zu essen."

Auch Gerd Acker, Leiter des Gymnasiums, kennt die aktuelle Diskussion. Er gibt zu bedenken, dass auch Lehrer, Hausmeister oder Sekretärinnen regelmäßig die Mensa frequentieren.

"Mehr Lasagne oder belegte Brötchen" wünschen sich die Mensa-Kritiker. — "Neu sind Snacks", so Anke Lohr und Petra Spieß. Zudem sei die Möblierung der Terrasse geplant.

(NGZ/jco)
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