Jüchen : Schüler-Ansturm an Realschule

Ab 10. Februar können Jüchener Eltern zwischen Gymnasium und Sekundarschule wählen: 179 Viertklässler müssen angemeldet werden. Kommt die Sekundarschule nicht, drängen noch mehr Kinder zur Realschule.

75 Kinder müssen für die geplante Sekundarschule angemeldet werden. Doch die Unterstützerfront für die neue Schulform schwankt: Eltern fürchten Nachteile, falls sie Kinder dort anmelden und die Sekundarschule gar nicht kommen sollte. Dass ein "Aus" der neuen Schulform Nachteile für die Realschule bringt, weiß deren Direktor Georg Broens, schon jetzt. "Wir haben jetzt mit 115 Fünftklässlern deutlich mehr Kinder als in den Vorjahren, auch weil die Eingangsklasse der Hauptschule fehlt."

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Die Gemeindeverwaltung hat bei der Bezirksregierung beantragt, zum Schuljahr 2012/13 eine Sekundarschule zu errichten. Eine Genehmigung fehlt bisher. In der Schule geht die Hauptschule auf, an der es seit dem Schuljahr 2011/12 keine fünfte Klasse mehr gibt und die sukzessive ausläuft. Außerdem würde die Sekundarschule die Realschule ersetzen. Die Sekundarschul-Klassen mit maximal 25 Kindern sollen zu je einem Drittel aus Viertklässlern mit einer Empfehlung für Gymnasium, für die Real- und für die Hauptschule bestehen. Auch Sekundarschüler sollen das Abitur machen können — am Gymnasium Jüchen.

Jüchener Eltern stehen im Februar vor der Wahl zwischen Gymnasium und Sekundarschule: "Ab 10. Februar starten die Anmeldungen", so Rathaussprecher Norbert Wolf. Werden für die Sekundarschule weniger als 75 Kinder gemeldet, dann werde aus Gründen der Gerechtigkeit das komplette Anmeldeverfahren wiederholt. Sich bereits jetzt einen Platz am Gymnasium zu sichern — das funktioniert nicht.

Am 21. Januar will Georg Broens erneut Eltern über die Sekundarschule informieren. Jeder könnte sein Kind zur Sekundarschule schicken: Künftige Hauptschüler könnten die neue Schule in Jüchen oder eine Hauptschule in einer anderen Kommune — etwa Grevenbroich oder Mönchengladbach — besuchen. Broens kann die Schwierigkeiten der Eltern bei der Entscheidung nachvollziehen: "Sie müssen jetzt eine Schulform wählen, die es noch nicht gibt, die sie selbst nicht kennen." Zudem bestünden Vorurteile, etwa gegenüber der gemeinsamen Nutzung der Hauptschulgeländes. Diese Vorurteile kann der Realschulleiter aus eigener Erfahrung entkräften: "Wie bereits beim Start der Realschule würden auch die Sekundarschüler ein eigenes Gebäude mit Pausenhof nutzen."

An der Realschule hat Broens bereits einen Run erlebt: "Wir mussten größere Klassen bilden mit bis zu 33 Kindern." Eine Folge: "Die Belastung ist deutlich gewachsen." Kommt die Sekundarschule nicht, würden mehr potenzielle Hauptschüler zur Realschule drängen.

(NGZ)