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TSV Bayer Dormagen fehlen zwei Punkte zu Meistertitel: Schon in Angermund könnte die Feier steigen

TSV Bayer Dormagen fehlen zwei Punkte zu Meistertitel : Schon in Angermund könnte die Feier steigen

Zwei Punkte fehlen dem TSV Bayer Dormagen noch zum Meistertitel der Regionalliga West und dem damit verbundenen Aufstieg in die Zweite Bundesliga - und es müsste schon mit dem Handball-Teufel zugehen, wenn der Bundesliga-Zwangsabsteiger diese beiden Zähler nicht am Samstagabend nach dem Gastspiel beim TV Angermund (Anwurf ist um 17 Uhr) auf seinem Konto haben sollte. Das hoffnungsvollste unter den Talenten des TSV Bayer Dormagen in der Handball-Regionalliga: Wenn Marcel Wernicke lernt, mitunter auch den Nebenmann zu sehen statt selbst den Weg zum Tor zu suchen, dann kann er auch in der Zweiten Liga bestehen. Von der trennen die Dormagener nach dem Sieg über Haan jetzt noch zwei Punkte.

Zwei Punkte fehlen dem TSV Bayer Dormagen noch zum Meistertitel der Regionalliga West und dem damit verbundenen Aufstieg in die Zweite Bundesliga - und es müsste schon mit dem Handball-Teufel zugehen, wenn der Bundesliga-Zwangsabsteiger diese beiden Zähler nicht am Samstagabend nach dem Gastspiel beim TV Angermund (Anwurf ist um 17 Uhr) auf seinem Konto haben sollte. Das hoffnungsvollste unter den Talenten des TSV Bayer Dormagen in der Handball-Regionalliga: Wenn Marcel Wernicke lernt, mitunter auch den Nebenmann zu sehen statt selbst den Weg zum Tor zu suchen, dann kann er auch in der Zweiten Liga bestehen. Von der trennen die Dormagener nach dem Sieg über Haan jetzt noch zwei Punkte.

Auch wenn Trainer Kai Wandschneider stöhnt: "Ich bin froh, wenn die Saison zu Ende ist. Die meisten meiner Spieler gehen auf dem Zahnfleisch" - selbst unter diesen Umständen ist der TSV eine Klasse besser als die meisten Kontrahenten in der dritten Liga. Auch die DJK Unitas Haan, mit der Empfehlung von 16:6 Punkten aus den elf Meisterschaftsspielen dieses Jahres angereist, musste diese Erfahrung machen: Einer höheren Schlappe als dem 26:34 (Halbzeit 13:18) entgingen die Haaner nur, "weil einige meiner jungen Spieler, denen ich in der Schlussphase eine Chance gegeben habe, zu wenig Konzentration zeigen", kritisierte Wandschneider die Fehlerquote der Dembski, Kaminski und Co., die eine 33:22-Führung (58.) noch kläglich dahinschmelzen ließ.

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Ein sträflich (fahr-)lässiges Verhalten, das auch die Fans nicht sehen wollen: Die Beifallsbekundungen der immerhin 750 Zuschauer hielten sich in Grenzen. Für Wandschneider brachten Anfangs- und Schlussphase wichtige, wenn auch nicht gänzlich neue Erkenntnisse. Nämlich die, dass es fatal wäre, "von dieser Mannschaft ohne Verstärkungen zu erwarten, dass sie eine gute Rolle in der Zweiten Liga spielt". Schließlich taten sich die Dormagener 22 Minuten ausgesprochen schwer, liefen zeitweise sogar einem Zwei-Tore-Rückstand (10:12, 22.) hinterher. "Wir sind mit den Schlagschüssen und den Kreisanspielen von Jörg Förderer überhaupt nicht zurecht gekommen", sah der TSV-Trainer in dem erstliga-erfahrenen Mittelmann den bis dahin spielbestimmenden Akteur auf Seiten der Gäste. Und ließ ihn fortan durch Marcel Wernicke in Manndeckung nehmen.

"Haan hat uns als erster Gegner in dieser Saison gezwungen, unsere 6:0-Deckungsformation aufzugeben" - ob sich Unitas-Trainer Lutz Plümacher über dieses Kompliment seines Dormagener Kollegen so recht freuen konnte, darf bezweifelt werden. Immerhin musste er mitansehen, wie diese taktische Umstellung innerhalb von sieben Minuten aus einer 12:10-Führung der Gäste einen 18:13-Pausenvorsprung des TSV Bayer machte. "Da war die Partie praktisch entschieden", erkannte Plümacher, muss sich aber auch den Vorwurf gefallen lassen, allzu wenig gegen die kurze Deckung seines Spielmachers unternommen zu haben. Ihres Kopfes beraubt, spielte die Unitas den Ball den Hausherren geradezu in die Hände, und das im Wortsinne: "Jeden unserer Fehler haben die Dormagener gnadenlos bestraft", stellte Plümacher fest.

Exakt das ist das Spiel des TSV, der so seinen Vorsprung bis zur 37. Minute bis auf 23:15 ausgebaut hatte. Doch exakt dies nährt auch Wandschneiders Skepsis mit Blick auf die Zweite Liga: Denn dass dort so viele Mannschaften so viele Fehler machen wie in der Regionalliga, darf stark bezweifelt werden. Und je länger die Saison dauert, desto öfter sind es dann doch die ehemaligen Erstliga-Spieler, die die Partien aus dem Feuer reißen - am Samstag Henrik Andersson (9/3) und Holger Beelmann (8). Vom Rest überzeugten die beiden Marcels - Leclaire als erneut mehr als solider Vertreter von Jojo Kurth, Wernicke als hoffnungsvolles Rückraumtalent, dem freilich noch der Blick für den Nebenmann fehlt. Vier Spiele hat er Zeit, zu lernen - dann beginnt der Ernstfall. Volker Koch

(NGZ)