Jüchen : Schneeräumen: Ältere befreien?

Der Schnee ist geschmolzen, doch viele Jüchener Senioren ärgern sich über die Räumpflicht vor ihren Häusern und auf der Straße. Die FDP sieht das als "Zumutung" für die Älteren an und fordert eine Änderung der Satzung.

Der Schnee ist gerade geschmolzen, doch die älteren Jüchener sind in Sorge: Sie fürchten die Rückkehr der glatten Straßen und vereisten Bürgersteige im Januar. Denn mit dem Eis kommt die Streu- und Räumpflicht. "Eine Zumutung für alle Senioren", sagt FDP-Ortsverbandsvorsitzender Jan Cwik. Er fordert, dass die Verwaltung umdenkt und für die Älteren die Pflicht ändert. Wie die Ordnung im optimalen Fall aussehen solle, damit die Änderung bezahlbar werde, müsse beraten werden. "Doch nicht nur das Finanzargument sollte berücksichtigt werden", sagt Cwik.

Mehrfach hatte die Gemeinde die Jüchener an die Pflicht erinnert, die Bürgersteige vor ihren Häusern zu räumen oder Salz zu streuen. Dabei seien selbst zahlreiche Straße, die die Gemeinde hätte räumen sollen, nicht sorgfältig vom Schnee befreit worden, wie Thomas Zanders aus Gierath kritisiert: "Privatleute müssen etwas leisten, was beim Winterdienst versäumt wurde." Seniorin Christa Quellmann aus Bedburdyck sieht ebenfalls Versäumnisse: "Mit der Satzung überträgt die Gemeinde die Schneeräumpflicht auf die Bürger und enthebt sich damit der Verantwortung für die Folgen aus schnee und eisglatten Straßen." Zumal Schnee und Eis für viele Ältere problematisch seien: Sie hätten sich bei dem harten Winter überhaupt nicht aus ihren Wohnungen getraut.

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Norbert Wolf, Sprecher der Gemeinde Jüchen, bestätigt, dass die Gemeinde Jüchen die Satzung entsprechend geändert hat. Auch hätten sich einige Bürger bei der Verwaltung darüber beschwert, dass zu wenig Salz gestreut worden wäre oder dass die Mülltonnen wegen des starken Schneefalls nicht pünktlich abgeholt worden wären. "Der vergangene Winter war sicherlich ein Ausnahmewinter", sagt Wolf. Entsprechend hätte auch die Gemeinde reagiert. "Der Schnee ist ja teilweise so stark gefallen, dass man ihn überhaupt nicht mehr räumen konnte." Dies habe man natürlich auch bei der Räum- und Streupflicht für die Jüchener berücksichtigt. Bußgelder wegen nicht geräumter Wege, die theoretisch hätten verhängt werden können, habe es nicht gegeben.

Ob die Verwaltung ihre Satzung wieder ändern könnte? "Natürlich können wir das. Aber das ist eine Frage der Kosten und des Personals. Ich glaube, es gibt keine Gemeinde, die den kompletten Räumdienst für ihre Bürger übernimmt", so Norbert Wolf.

Jan Cwik will das Thema weiter verfolgen: "Die Gemeinde fordert den Älteren ab, die Gehwege und Straßen vor ihren Häusern freizuhalten. Ob dies möglich ist, werde nicht berücksichtigt."

(NGZ)