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Korschenbroich: Schloss Liedberg ist Krimi-Schauplatz

Korschenbroich : Schloss Liedberg ist Krimi-Schauplatz

Tatort Schloss Liedberg: So plant es der Mönchengladbacher Krimi-Autor Arnold Küsters. Er schreibt an einem Lokalkrimi für die "Criminale 2011". Im Mai präsentiert der Schriftsteller den Psycho-Thriller mit lokalem Bezug in der Schlosskapelle und im Sandbauernhof.

Mystische alte Gemäuer, hier und da pfeift der Wind um das Gebäude und ein Knacken macht hellhörig. Krimi-Autor Arnold Küsters lässt viel Spielraum für spannende Ideen: Der Schauplatz für seine Kurzgeschichte, die zur zum Krimi-Festival "Criminale 2011" erscheint, ist Schloss Liedberg.

In der Schlosskapelle und im Sandbauernhof wird er seinen Zuhörern eine Story mit lokalem Bezug präsentieren. "Das ist der neue Trend: Die Leser sollen sich wiederfinden in der Handlung", sagt der 56 Jahre alte Journalist. Deshalb streift er durch das Schloss-Gelände, um Ideen zu sammeln – aber nur bei Tageslicht: "Wenn man Krimis schreibt, hat man so viel Fantasie, dass man hinter jedem Geräusch etwas Böses vermutet", sagt er und lacht. "Aber das Schloss ist einfach ein besonderer Ort für mich. Er atmet Geschichte. Ich finde es schon seit Jahren toll."

Das Gerüst für seine Kurzgeschichte soll in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr entstehen. "Vorstellen könnte ich mir einen etwas verschrobenen Ermittler, einen Eigenbrötler." Einen Namen hat er schon für seinen Aufklärer: Carl Maria von Spee, in Gedenken an den letzten Bürgermeister der Gemeinde, Wilderich Freiherr von Mirbach, Graf von Spee. Fest stehe, dass mindestens ein Mord geschehen werde, der in das lokale Geschehen des Ortes integriert werde. "Ich habe im Vorfeld viel über Liedberg gelesen. Vielleicht werden Bilder eine Rolle spielen, vielleicht werden es aber auch alte Ansichtskarten sein."

Aber nicht nur die Orte der Handlung stellen für den Autor einen lebensnahen Hintergrund dar. Durch seine langjährige Arbeit als Gerichtsreporter kann er seine Kenntnisse und Erfahrungen aus den Verhandlungen in seine Geschichten einfließen lassen. "So kann ich mit der Schilderung der Ereignisse eine ,neue Wirklichkeit' entstehen lassen." Zumindest die Figuren seiner Romane – wie die Niederrhein-Krimis "Lambertimord" oder "Maskenball" – haben reale Vorbilder. "Ich interessiere mich sehr für die Geschichte hinter einem Mord, nicht für die Tat selbst – obwohl ich als Metzger groß geworden bin", sagt Küsters und schmunzelt. Er schätze die Treffen mit Polizeibeamten, die ihn an ihrer Arbeit und dem Umgang mit Fällen teilhaben lassen. "Sie sind sensible Menschen, bei aller Härte, die sie nach außen zeigen."

Gefragt nach seiner Schreibmotivation nennt Küsters, der bereits als Kind immer schreiben wollte, den entscheidenden Beweggrund: "Ich will Spuren hinterlassen."

(NGZ)