Jüchen : Schloss Dyck wird saniert

Eine schwimmende Baustelle ist zurzeit für den Stallhof auf Schloss Dyck eingerichtet. Innerhalb von zwölf Jahren fließen 27,4 Millionen Euro in die Sanierung. Weitere Förderanträge sind bereits gestellt.

Schloss Dyck Ungewohnter Besuch in den Gräften von Schloss Dyck: Zwischen den Enten treibt ein Ponton, der einen tonnenschweren Bagger über das Wasser transportiert. Sein Einsatzort: der Stallhof im Westflügel von Schloss Dyck.

Er gehört zu der umfassenden Sanierung, die 2000 gestartet wurde und im kommenden Jahr abgeschlossen werden soll. Insgesamt haben Land und Kreis 27,4 Millionen Euro in Gebäude und Landesgartenschau investiert. Doch das reicht nicht. "Neue Förderanträge sind bereits gestellt, wir brauchen weitere Geldgeber", sagt Michael Baumeister (61), der das Amt für Gebäudewirtschaft beim Rhein-Kreis Neuss leitet.

Vor mehr als elf Jahren wurde das Großprojekt "Schloss Dyck" gestartet. Inzwischen ist etwa die Sanierung des Hochschlosses fertig. Dessen Fassade wurde instand gesetzt, das Schloss gelb verschlämmt. In den kommenden acht Wochen wird der Stallhof hergerichtet. Er soll künftig für Veranstaltungen wie Märkte, Konzerte oder Ausstellungen genutzt werden. Ein Termin ist bereits gesetzt: "Zur ,Schlossweihnacht' ab Samstag, 26. November, soll zumindest das Erdgeschoss fertig sein", kündigt Baumeister an.

Eine besondere Herausforderung: die Baumaschinen zum Stallhof zu bringen — daher der Transport über Wasser. "Über Land wäre dies unmöglich gewesen", sagt Bernd Simon (53), Architekt aus der Projektgruppe "Schloss Dyck" des Rhein-Kreises. Die tonnenschweren Lastwagen hätten weder durch die engen Torbögen gepasst, noch hätten sie die historischen Brücken überqueren können.

Ein Ziel der Stallhof-Sanierung, die in enger Abstimmung mit dem "Rheinischen Amt für Denkmalpflege" geplant wurde: "Der ursprüngliche Charakter des Gebäudes zu erhalten", erläutert Michael Baumeister. Ein Beispiel sei der Ziegelfußboden. Bis November soll das 250 Quadratmeter große Erdgeschoss hergerichtet sein. Der Innenausbau schreitet mit Elektrikern, Fliesenlegern und Trockenbauern voran.

Parallel dazu muss für mehr Standsicherheit in dem Objekt gesorgt werden. Dazu werden zusätzliche Fundamente auf der Wasserseite eingebaut. Zeitlich begrenzt werden Bauabschnitte, bei denen Kalk verwendet wird, durch das Wetter: "Dazu darf die Temperatur nicht unter fünf Grad fallen", erklärt Simon. Deshalb werden manche Arbeiten erst im Frühjahr fortgesetzt werden können."

Michael Baumeister kündigt weitere Sanierungen an — etwa an den drei Brücken im Park: "Sobald Fördergelder bewilligt sind." Weitere Pontons sind also nicht ausgeschlossen. Aber sie wären dann ja für die Enten bereits alte Bekannte.

(NGZ/rl)