Reitsport : Schleifer sagt Springsport ade

Bei der achten Auflage der Gut Neuhaus Indoors – dem bedeutendsten Springturnier im Rhein-Kreis Neuss bekamen die fast 2000 Besucher auf dem Gestüt von Friedhelm Tillmanns Springsport der Spitzenklasse geboten.

Neukirchen "Rundum glücklich und zufrieden" – mit diesen Worten räumte Friedhelm Tillmann, Hofherr auf dem Grevenbroicher Gestüt Gut Neuhaus, gestern Abend die letzte Stange beiseite und ging dann zum gemütlichen Teil über: Mit Fachsimpeleien und einem kühlen Bierchen ließ er die achten Gut Neuhaus Indoors – das bedeutendste Springturnier im Rhein-Kreis Neuss, gemütlich ausklingen. Nach vier stressigen Turniertagen auf seinem Gestüt kehrte die wohlverdiente Ruhe für Tillmann und sein Organisationsteam vom Reitclub Gut Neuhaus ein. "Zumindest für einige Stunden", schmunzelte er, "denn wir müssen ja noch aufräumen".

Trotz des Stresses war er wieder einmal begeistert von der Resonanz. Fast 2000 Besucher sahen an den vier Tagen Springsport der Spitzenklasse. Vor allem am Samstagabend, als beim Mächtigkeitsspringen kein Durchkommen mehr in die große Reithalle mehr möglich war. Dicht gedrängt verfolgten Pferdesportfans aus ganz Nordrhein-Westfalen, wie die Reiter mit ihren Pferden die mit jeder Runde immer höher werdende Mauer überflogen. Am Ende siegte zwar mit dem Duisburger Maik Benninghof (RFV Bruckhausen) keiner der heimischen Aktiven, doch Christian Weyen (RV Uedesheim-Stüttgen) und Anpilot wurden als Zweite ebenso gefeiert, wie Publikumsliebling Gilbert Tillmann, der auf Sonny Crocket auf Rang drei sprang.

Doch keiner wurde so bejubelt wie Klaus Schleifer: Der Gohrer, der mit über 60 Jahren erst seinen ersten S-Sieg feierte, wurde an diesem Abend von der Reiterfamilie aus dem aktiven Sport verabschiedet. Über 40 seiner Reitschüler – zwischen fünf und 50 Jahren – sagten dem "Grand Monsieur" des heimischen Springsports "goodbye". "Ein fantastischer Abschied", so Schleifer und konnte dann einige Tränen nicht verbergen.

Im Großen Preis, einem S**-Springen mit Siegerrunde ging Mitfavorit Gilbert Tillmann dann leer aus. Mit seinem Hello Max kassierte der 28-Jährige gleich drei Abwürfe und konnte seine Enttäuschung nicht verbergen: "War ich alles selbst schuld", analysierte er die Fehler. Stattdessen schnappte sich eine Amazone den Sieg. Nathalie Destree-Kradepohl vom RFV Jülich steuerte Quantago fehlerfrei durch den Umlauf. In der Siegerrunde kassierte sie zwar einen Abwurf, war aber schneller als die Konkurrenz. Da staunte Marc Boes (RV Uedesheim) nicht schlecht, der mit Bonus van Kattebeek ebenfalls vier Strafpunkte in der Siegerrunde kassierte, aber drei Sekunden langsamer war. "Toller Ritt", lobte er die Siegerin, freute sich aber seinen zweiten Platz. Zufrieden war auch Rebecca Golasch. Die deutsche Meisterin von 2009 hatte mit KN Colorado ihre Nummer zwei gesattelt. Das Paar landete auf Platz vier.

Info Alle Ergebnisse sind unter www.bila.de im Internet abrufbar.

(NGZ)