Motorsport : Schiffer fährt zum WM-Titel

Aufgefallen Zum ersten Mal hat sich bei den seit 1947 ausgetragenen Weltmeisterschaften im MotoCross eine deutsche Nationalmannschaft den Titel gesichert. Ganz entscheidend am Triumph im belgischen Lommel beteiligt war Marcus Schiffer (25) vom MSC Grevenbroich.

Wie klingt das, wenn man vor lauter Freude nicht mehr ein noch aus weiß? Bei einem Weltmeisters im MotoCross hört sich das so an: "Gigantisch! Hammer! Sportlich der schönste Tag in meinem Leben!" Marcus Schiffer vom MSC Grevenbroich hat bei der WM im belgischen Lommel gemeinsam mit seinen Teamkollegen Max Nagl und Ken Roczen wahrhaftig Geschichte geschrieben. Die von Hubert Nagl betreuten Jungs verwiesen nämlich nicht nur die vor heimischem Publikum voll auf Sieg eingestellten Belgier auf den zweiten Rang, sondern lehrten dazu noch das Team USA das Fürchten. Für die von Motorsport-Legende Roger DeCoster angeführten Amerikaner, die zuletzt sieben ihrer insgesamt 22 WM-Titel hintereinander geholt hatten, blieb nach überraschenden Fahrfehlern diesmal nur Platz drei. Für den deutschen Teamchef Hubert Nagl war ohnehin von vorneherein klar gewesen: "Sollten wir die Amis jemals schlagen, dann auf Sand."

Dass sich die deutsche Nationalmannschaft genau wie die US-Boys auf der Hausstrecke des MSC Grevenbroich auf der Königshovener Höhe in Gustorf den Feinschliff für das wichtigste Rennen der Saison geholt hatte, kommt Pressewart Günter Becker immer noch wie ein Traum vor: "Roger DeCoster, Justin Barcia, Blake Baggett und Ryan Dungey bei uns in Grevenbroich, das ist so, als ob die brasilianische Nationalmannschaft im Schlossstadion Fußball spielen würde."

Irgendwie fühlen sich darum auch die "MotoCrosser" des MSC als Weltmeister. "Am Dienstag vor einer Woche war das Team USA zum Abschlusstraining auf unserer Strecke, am Tag danach das deutsche Team", stellt Becker heraus: "Wir haben den weltbesten Piloten perfekte Bedingungen geboten. Und Bürgermeisterin Ursula Kwasny hat den deutschen Fahrern höchstpersönlich Glück gewünscht. Das hat ganz offensichtlich geholfen ..."

Am Ende war auf der anspruchsvollen Sandstrecke in Lommel alles auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Deutschland und Belgien hinausgelaufen. Max Nagl, gestählt durch seine Auftritte beim Vier-Stunden-Rennen auf der Königshovener Höhe, wusste sich im Finale als Sechster gegen Clément Desalle zu behaupten. Marcus Schiffer ließ seinem siebten Rang zum Auftakt Platz 14 folgen und machte damit den Triumph perfekt. Sein Fazit: "Platz sieben im ersten Lauf war natürlich der Hammer. Und auch mit Rang 14 wäre ich im letzten Jahr noch überglücklich gewesen. Da bin ich auf Sicherheit gefahren, war jedoch auch schon ein ein bisschen müde – das muss ich zugeben."

Sein Teamchef hatte indes nie an seinen Mannen gezweifelt: "Max und Ken gehören auf Sand mit zur Crème de la Crème und Marcus ist praktisch im Sand aufgewachsen. Gerade er hat eine Superleistung geboten, die am Ende den Ausschlag für den Sieg gegeben hat."

(NGZ)
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