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Schießsport Hanni Urbach ist "Ehrenamtlerin des Monats März“

Schießsport : Hanni Urbach hat ein Herz aus Gold

Dabei trotzt die Trainerin einem großen Handikap.

Ehrenamtlerin des Monats März“ im LandesSportBund Nordrhein-Westfalen. Ein schöner Titel und eine Auszeichnung, die Hannelore „Hanni“ Urbach unbedingt verdient hat. Die rheinische Frohnatur verkörpert als Kinder- und Jugendtrainerin sowie als Kreisdamenleiterin nämlich den Schieß-Sportverein Neuss-Reuschenberg 1956. „Sie ist die gute Seele des Vereins“, bringt es der beim Kreissportbund Neuss (KSB) für die Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit zuständige Jonas Biskamp auf den Punkt. Doch hinter dem Titel steckt so viel mehr: Hanni Urbach – eine von zwölf Ehrenamtlerinnen, die der LSB 2020, dem Jahr der starken Mädchen und Frauen im Sport, auszeichnet –, treibt die Förderung der Schießsportlerinnen und die Integration der Kulturen im SSV Neuss-Reuschenberg mit seinen rund 170 Mitgliedern (davon 46 Frauen und Mädchen) voran. Und das ist Schwerstarbeit, denn das Schießen beansprucht Körper und Geist in hohem Maße. Mit Gymnastik und Zirkeltraining stärkt der Nachwuchs unter der Regie der erfahrenen Übungsleiterin, die mit ihrem Lieblingssport bereits seit drei Jahrzehnten eng verbunden ist, Schultern und Rumpf, um die schweren Sportgeräte im sicheren Stand problemlos beherrschen zu können. Dabei trotzt Hanni Urbach klaglos einem großen Handikap: Vor zehn Jahren diagnostizierten die Ärzte bei ihr einen Hirntumor und wirbelten damit das Leben der Verkäuferin kräftig durcheinander. Denn wegen ihrer ungünstigen Lage kann die Geschwulst nicht vollständig entfernt werden – ein Schicksal, das die Frau mit dem Herz aus Gold mit bewundernswerter Gelassenheit zu ertragen weiß. „Mal besser, mal schlechter“, sagt sie tapfer lächelnd. Weil alle im Verein um die damit verbundenen Folgeerscheinungen wissen, ist ihr nicht nur bei der täglichen Arbeit jegliche Unterstützung gewiss. Sich für ihre Mitmenschen ehrenamtlich einzusetzen, bedeutet für Hanni Urbach möglicherweise sogar mehr als für andere, denn sie sagt: „Im Ehrenamt kann ich vielen helfen. Das habe ich immer gemacht: etwas getan und geholfen.“ Dabei stellt ihr Engagement keine Einbahnstraße dar: „Der Verein gibt mir so viel zurück – und ich gebe dem Verein viel. Darin gehe ich richtig auf. Wir sind kontaktfreudig, quatschen miteinander und schießen.“ Zu viel Spaß kann es für die „Ehrenamtlerin des Monats“ gar nicht geben. „Wir binden alle ein, egal wie klein, wie alt, wie dick – da machen wir keine Unterschiede.“