1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Korschenbroich: Scherben aus der Eisenzeit in Steinhausen gefunden

Korschenbroich : Scherben aus der Eisenzeit in Steinhausen gefunden

Hobbyarchäologe Erich Otten ist wieder fündig geworden. Im Neubaugebiet des Korschenbroicher Stadtteils Steinhausen fand er in einem ausgeschachteten Graben alte Scherben aus der Eisenzeit.

Die Untere Denkmalbehörde in Overath ist bereits informiert. Otten schickte seine archäologische Funde auftragsgemäß dorthin.

Erich Otten hat Scherben aus der Eisenzeit (r.) gefunden. Foto: e. otten

Fest steht aber jetzt schon: Die Scherben sind von 800 bis 400 v. Chr. Archäologe Dieter Hupka konnte sie datieren, weil unter den Ton Schamott gefügt wurde, was die Gefäße feuerfest machte, und die Oberfläche mit sogenanntem Schlicker behandelt wurde. All dies sei typisch für die Eisenzeit, sagt er. Und: "Solche Funde sind wichtig für die Erforschung des Alltags in der Urgeschichte."

Hupka und Otten sind sich einig, dass in der Gegend noch mehr archäologische Funde in der Erde schlummern. Zu schade wäre es, würden sie unentdeckt weiter im Boden verborgen bleiben. Das Gebiet um das neue Wohngebiet ist äußerst geschichtsträchtig. In direkter Nachbarschaft befindet sich bereits ein Denkmal. Dort gab es eine Hofesfeste: die Burg Steinhausen. 1383 erstmalig erwähnt, seit 1460 urkundlich gesichert, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dem Verfall preisgegeben. Engelbert von Steinhausen war es, dem das Areal Ende des 14. Jahrhunderts gehörte. Eine Hofesfeste war nach wirtschaftlichen Aspekten ausgerichtet, diente nicht als prunkvolle Residenz und auch nicht in erster Linie dem Schutz vor Feinden. Gräben gab es dennoch, um Diebe und Plünderer fernzuhalten.

In der Eisenzeit waren die Menschen wohl äußerst friedliebend. Denn sie hausten nicht versteckt in Mulden, sondern lebten auch erhöht. Die Siedlungsgrube aus der Eisenzeit im neuen Wohngebiet liegt um einiges höher als das Gelände der Hofesfeste.

(gap)