Jüchen : Schaaner pflegen Spielplatz

Im kleinen Ort Schaan wurde am Samstag Jüchener Geschichte geschrieben: Bürgermeister Harald Zillikens und Stefan Nefen, Vorsitzender des Volks- und Heimatvereins, unterzeichneten die erste Spielplatz-Patenschaft.

Ein schönerer Spielplatz für die Kinder in Schaan: Dazu haben die Gemeinde Jüchen sowie der Volks- und Heimatverein Schaan jetzt einen Kooperationsvertrag geschlossen — ein Vertrag, der Vorbild sein soll.

Begonnen hatte alles mit einer Ortsbegehung vor knapp einem Jahr. Die Schaaner Bürger wollten einen attraktiveren Spielplatz. Sie stellten aber wegen der angespannten Haushaltslage nicht nur Forderungen: Der Volks- und Heimatverein bot auch finanzielle Unterstützung an und erklärte sich bereit, sich künftig gemeinsam mit der Verwaltung um das Areal zu kümmern.

Der Weihnachtsmarkt des Volks- und Heimatvereins hatte 920 Euro erbracht: Geld, das jetzt in die Sanierung des Spielplatzes am Ortsrand mit dem tollen Fernblick geflossen war. Rutsche und Drehkarussell sind neu, die Nestschaukel sieht aus wie neu — der gesamte Spielplatz sieht aus wie aus dem Ei gepellt. Der Vertrag zwischen Gemeinde und Verein soll beitragen, die gepflegte Anlage auf Dauer zu erhalten.

"Immer dort, wo ein Eigenanteil erbracht wird, geben wir gerne unseren Teil dazu", erklärte Bürgermeister Harald Zillikens, der mit dem Rad vorgefahren war. Sportamtsleiter Bernhard Krawinkel hatte den unterschriftsreifen Vertrag mitgebracht. Er hat ihn als Muster bereits an andere Interessierte geschickt. Spielplatz-Patenschaften könnten in Mode kommen, aus Gierath ging eine Anfrage ein. Und Auszubildende der Sparkasse Neuss werden Ende September im Neubaugebiet Auenfeld eine neue Spiel- und Aufenthaltsfläche für Kinder und Jugendliche anlegen.

Die Mitglieder im Volks- und Heimatverein Schaan haben nachgerechnet: Zurzeit leben 49 Jungen und Mädchen im Dorf — und sie sind wie der kleine Kimo (3) froh, jetzt wieder dort spielen zu können. "Kimo findet den Platz ganz toll. Er hat jeden Tag geschaut, ob er bald fertig wird", erklärte Mutter Gesa Sellke (35). Auch Jorina (7) und Finja (9) wollend dort spielen, die elf Monate alten Sellke-Zwillinge Liska und Taavi müssen sich wohl noch etwas gedulden. Die Spielgeräte waren mit bunten Luftballons geschmückt, die Kinder belagerten sie direkt. Erfrischungsgetränke und Muffins sorgten für Stärkung unter den alten Weiden.

Inge Herten, die ihren 85. Geburtstag feierte, fuhr per Vierspänner vor. Die kleine Milla Herten wunderte sich, als plötzlich alle Augen auf sie gerichtet waren: Sie ist das 100. Mitglied im Volks- und Heimatverein. Vielleicht wird auch sie sich um den Spielplatz kümmern — die Patenschaft gilt nämlich für unbestimmte Zeit.

(NGZ)