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Fußball: SC Kapellen pfeift auf dem letzten Loch

Fußball : SC Kapellen pfeift auf dem letzten Loch

Nur der Vollständigkeit halber: Im Nachholspiel der Fußball-Niederrheinliga bekommt es der SC Kapellen am Mittwochabend (19.30 Uhr) im Grotenburg-Stadion mit dem aktuellen Tabellenführer KFC Uerdingen zu tun. Mit den Stärken und Schwächen des Kontrahenten hat sich Trainer Markus Anfang indes nicht eingehender beschäftigt.

Denn erstens "gucke ich vorher nie auf den Gegner", verrät er ohne den geringsten Anflug von Arroganz, zweitens hat er genug mit seinem Team zu tun – oder besser mit dem, was davon noch übriggeblieben ist.

Aus dem 23 Kicker umfassenden Kader, des seit drei Partien punktlosen SCK, stehen zwölf Akteure (!) entweder gar nicht oder nur höchst eingeschränkt zur Verfügung: Für Abwehrchef Stefan Dresen (Muskelbündelriss) ist die Saison wohl ebenso schon vorbei wie für Patrick Becker (Fußbruch). Simon Kozany (Muskelfaserriss), Fabian Backhaus (Knieprobleme), Valentin Rittmann (Rückenschmerzen), Robert Niestroj (Gehirnerschütterung), Lars Schuchardt (Prellung) und Mo Salou (krank) sind allesamt angeschlagen. Sie kann Anfang, wenn überhaupt, nur sehr dosiert einsetzen.

Kandidaten für 90 Minuten sind sie ebenso wie der nach vierwöchiger Verletzungspause gerade erst ins Team zurückgekehrte Mathias Labusga, der nach überstandenem Muskelfaserriss erst vor kurzem wieder ins Training eingestiegene Deniz Yedek und der unter chronischen Fußschmerzen leidende Frederik Leufgen eigentlich nicht. Zu allem Überfluss droht der Ausfall von Gabriel Czajor (berufliche Gründe).

"Ich absolviere mit den Spielern eigentlich ein Reha-Programm", stellt Anfang fest und macht für die Misere vor allem den Verband und seine Spielansetzungen verantwortlich. "Muskelverletzungen wie die von Stefan Dresen und Simon Kozany sind definitiv das Resultat der englischen Wochen", sagt er. "Wir haben nicht die Möglichkeiten wie zum Beispiel die Uerdinger, deren Spieler professionell betreut werden." Ausreden für schlechte Leistungen will er indes nicht gelten lassen: "Es gibt nur Erklärungen, keine Entschuldigungen."

Dem Dilemma begegnet der Trainer mit einem gehörigen Schuss Galgenhumor. "Das Gute", sagt er, "das sind alles Krankheiten oder Verletzungen, die nicht lebensbedrohlich sind. Es ist nur Fußball."

(NGZ)