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SC Kapellen, Holzheimer SG und Teutonia Kleinenbroich vor dem Start

Fußball-Landesliga : Die Lage der Landesligisten vor dem Start

Für die Fußballer aus Kapellen, Holzheim und Kleinenbroich endet am Sonntag die Zeit der Vorbereitung. Nur die HSG hat ein Heimspiel. Zum Auftakt ist die DJK/VfL Giesenkirchen zu Gast.

Es ist traditionell so, dass Fußballmannschaften vor dem Start in eine neue Saison nicht so recht wissen, wie es um ihr Leistungsvermögen bestellt ist. Diese Unsicherheit ist vor der Spielzeit, die am Sonntag beginnt, aber noch mal besonders ausgeprägt. Schließlich war durch die lange Corona-Pause alles anders als in der Vergangenheit. Viel wird also auch davon abhängen, wie die Vereine die durch die Krise bedingten Probleme gemanagt haben. So ist die Lage bei den drei Landesligisten aus dem Fußballkreis Grevenbroich/Neuss.

 Stürmer Alexander Hauptmann ist ein wichtiger Spieler für den SC Kapellen, zum Saisonauftakt droht er auszufallen.
Stürmer Alexander Hauptmann ist ein wichtiger Spieler für den SC Kapellen, zum Saisonauftakt droht er auszufallen. Foto: HUBERT WILSCHREY HWFotos.de

SC Kapellen

Drei Spielzeiten haben die Kapellener nun vergeblich versucht, die Rückkehr in die Oberliga zu schaffen, wo sie zuvor für viele Jahre zum Inventar gehört hatten. Ab Sonntag mit dem Auswärtsspiel beim FSV Vohwinkel nimmt der SCK einen Anlauf, allerdings unter ganz anderen Voraussetzungen. „Wir haben eine fast neue Mannschaft. Wir haben bewusst auf junge Spieler gesetzt, die aus der aktuellen eigenen Jugend kommen oder zumindest eine Kapellener Vergangenheit haben“, erklärt Jörg Ferber in seiner Funktion als Sportlicher Leiter. Wobei die Youngster keinesfalls nur zum Lernen ins Jupp-Breuer-Stadion geholt wurden, sie sollen schon früh tragende Rollen einnehmen. „Da sind einige ganz nah an der Startelf. Das geht es so eng zu, dass sich erst nach dem Abschlusstraining zeigt, wer am Sonntag spielt“, sagt Ferber.

Mittelfeldmann Marco Heiermann ist zum Beispiel ein Spieler, der vorige Saison noch in der A-Jugend kickte, in den Testspielen der Vorbereitung oft in der Startelf stand. Wobei es in den Testspielen mit einem ganz bitteren 0:10 gegen den Oberligisten 1. FC Monheim losging, danach steigerten die Kapellener kontinuierlich und gewannen an Sicherheit. „Die Mischung aus neuen und alten Spielern muss sich finden, das braucht Zeit. Wir haben unsere Erkenntnisse aus der Vorbereitung gezogen“, sagt Ferber. Der Schwerpunkt lag auf einem Systemwechsel. Weil es in der Vergangenheit viel zu viele Gegentore gab, wurde verstärkt ein 4:4:2-System eingeübt, zudem soll der Gegner nicht mehr ganz so hoch angelaufen werden wie noch unter Trainer Oliver Seibert üblich. Es gehe darum, zunächst hinten mehr Sicherheit zu bekommen, vorne sei die Qualität nach wie vor so groß, so Ferber, dass genug Tore fallen würden. Was die Ziele anbelangt, sind sie in Kapellen bescheidener geworden: „Wir wollen immer noch gerne in die Oberliga, aber nach so einem Umbruch müssen wir realistisch sein. Wenn wir eine gute Rolle spielen, wäre das okay“, sagt Ferber. Als heißeste Anwärter auf den Titel sieht er den Rather SV. Vor dem ersten Spiel des SCK steht ein dickes Fragezeichen hinter dem Einsatz von Torgarant Alexander Hauptmann. Er leidet unter Kniebeschwerden.

Holzheimer SG

 Vorige Saison lieferte sich Kleinenbroich (weißes Trikot) mit Viersen (rotes Trikot) ein spannendes Aufstiegsrennen. Zum Landesligastart treffen beide aufeinander.   Archivfoto: Knappe
Vorige Saison lieferte sich Kleinenbroich (weißes Trikot) mit Viersen (rotes Trikot) ein spannendes Aufstiegsrennen. Zum Landesligastart treffen beide aufeinander. Archivfoto: Knappe Foto: Fupa

Die HSG ist auf dem besten Wege, in der Landesliga zu einer festen Größe zu werden. Schließlich geht der Verein bereits in seine dritte Landesliga-Saison nach dem Aufstieg. Damit auch noch die vierte in Folge hinzukommt, hat Trainer Hamid Derakhshan seinen Spielern in der langen Zeit seit dem letzten Meisterschaftsspiel nicht viele Pausen gegönnt. „Es ging darum, das Verletzungsrisiko durch kontinuierliches Arbeiten gering zu halten und uns als Team und individuell weiterzuentwickeln“, erklärt der Coach. Es scheint, als habe der Prophylaxe-Ansatz gegriffen, denn bis auf Alexander Nuss (Kreuzbandriss) stehen alle Akteure für den Auftakt am Sonntag (15 Uhr) daheim gegen Giesenkirchen zur Verfügung.

Die HSG empfiehlt übrigens allen Zuschauern, zeitig anzureisen, weil wegen der Corona-Maßnahmen am Einlass mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist. Zudem sei eine Anreise mit dem Fahrrad ratsam, weil generell wenig Parkplätze zur Verfügung stünden. Auch wenn Giesenkirchen vorige Saison vermutlich abgestiegen wäre, warnt Derakhshan davor, das als Maßstab für das erste Spiel zu nehmen. „Ich habe mir die Mannschaft in Testspielen angeschaut, sie ist nicht mit voriger Saison zu vergleichen. Sie kommt über den Kampf und ist nach vorne sehr gefährlich. Da müssen wir schon sehr konzentriert sein“, betont Derakhshan.

Grundsätzlich ist er aber optimistisch, denn er attestiert auch seiner Mannschaft, die fast unverändert zusammengeblieben ist, dass sie sich weiterentwickelt hat. Deswegen sind die Ziele auch etwas höher: „Wir wollen nicht mehr bis zum Schluss zittern, sondern den Klassenverbleib so schnell wie möglich klarmachen.“

Teutonia Kleinenbroich

Nach einer gefühlten Ewigkeit ist Kleinenbroich mal wieder der Sprung in die Landesliga geglückt, woran Trainerfuchs Norbert Müller entscheidenden Anteil hatte. Schließlich holte er aus den bescheidenen Mitteln bei der Teutonia das Maximum heraus. Und darauf wird es auch in der neuen Saison ankommen, soll es etwas mit dem Klassenverbleib werden. Denn während sich viele Konkurrenten fleißig auf dem Transfermarkt bedienten, kam beim SC ein A-Jugendlicher vom 1. FC Mönchengladbach und ein Spieler vom B-Ligisten Fortuna Mönchengladbach II. „Weil wir in Kleinenbroich kein Geld bezahlen, müssen wir nach Spielern gucken, die nicht im Fokus stehen und aus denen etwas machen“, erklärt Müller. Das ist ihm in der Vergangenheit exzellent gelungen, inzwischen verfügt er über eine sehr gut eingespielte Mannschaft. In der Vorbereitung kam dem Trainer in die Quere, dass Leistungsträger, die in größerer Entfernung arbeiten, einige Einheiten verpassten. Dennoch ist Müller zuversichtlich: „Es gibt viele Aufsteiger, mit der Hälfte der Liga können wir mithalten.“ Zum Auftakt geht’s zum Mitaufsteiger 1. FC Viersen, der von seiner Tradition aber andere Ansprüche hat als die Teutonia. „Ich weiß aber, dass wir Viersen ärgern können“, betont Müller.