SC Kapellen erlebt beim 1. FC Mönchengladbach sein Waterloo

Fußball : SC Kapellen erlebt sein Waterloo

Im Topspiel der Landesliga verliert der SCK beim 1. FC Mönchengladbach mit 0:6. Am Sonntag kommt der SV Sonsbeck.

Bereits am zweiten Spieltag der Fußball-Landesliga hat der SC Kapellen sein Déjà-vu-Erlebnis: Nach dem wunderschönen 6:1-Sieg zum Auftakt am Sonntag gegen Süchteln ging der Titelkandidat im zweiten Match der Englischen Woche beim 1. FC Mönchengladbach mit 0:6 (Halbzeit 0:3) unter.

Das erinnert verteufelt an die vergangene Saison, in der die personell ebenfalls herausragend besetzte Truppe von Trainer Oliver Seibert in allen Duellen mit den späteren Aufsteigern – 1:5 und 1:7 gegen Cronenberg, 2:5 und 0:1 gegen (TVD) Velbert – leer ausgegangen war. Die Höhe der Niederlage vermochte der Sportliche Leiter Jörg Ferber noch zu erklären. „Es gehört halt zum Naturell der Mannschaft, immer weiter nach vorne zu spielen. Auch nach klaren Rückständen hört sie nicht auf, verwaltet das Ergebnis nicht. Und dann passiert gegen gute Mannschaften wie Gladbach eben so was.“ Gar nicht in den Kopf bekam er allerdings, warum es Robert Wilschrey, Lennart Ingmann, Stephan Wanneck & Co. wieder mal versäumten, gerade in einem Topspiel ans Limit zu gehen. „Das waren keine 100 Prozent“, stellte Ferber ungehalten fest. „Aber die musst du in dieser Liga bringen, wenn du Spiele gewinnen willst.“

Schon zur Halbzeitpause lagen die von Kapellens ehemaligem Trainer Frank Mitschkowski, der diesmal auf stärkeres Personal bauen konnte als beim 1:2 im ersten Match gegen Fichte Lintfort, betreuten Hausherren nach Treffern von Oguz Ayan (11.), Durukan Celik (20.) und Samy Forestal (34.) mit 3:0 vorne. Ferber: „Wir hatten zwar 65 Prozent Ballbesitz, haben dem Gegner das Toreschießen aber durch haarsträubende Fehler leicht gemacht. Leid getan hat mir vor vor allem unser Torhüter Nico Bayer. Er war eigentlich bei allen Gegentoren absolut chancenlos.“

Nach dem Seitenwechsel sorgte der SCK in der Offensive für mehr Gefahr, traf Latte und Pfosten, machte auf Ferber aber nicht den Eindruck, „als wenn wir hier ein Tor schießen könnten.“ Das erledigten weiterhin nur die Gastgeber. Die von den Torschützen Oguz Ayan (2) und Vincent Boldt vollstreckte Höchststrafe bescherte den entsetzten Kickern aus dem Erftstadion eine zusätzliche Trainingseinheit am Donnerstagabend. „Keine Strafmaßnahme, sondern eine Reaktion auf das Spiel“, stellt Ferber klar.

Denn schon am Sonntag (15 Uhr, Erftstadion) geht es weiter, stellt sich der ehemalige Oberligist SV Sonsbeck, der am Mittwoch dem noch mageren 1:1 gegen Meerbusch II einen 5:1-Sieg über Gladbach-Bezwinger Fichte Lintfort hatte folgen lassen, vor. Einfacher wird es also nicht, aber genau damit hatte Ferber gerechnet: „Du kriegst in dieser Liga nichts geschenkt. Darum ist es so wichtig, dass wir jetzt herausarbeiten, was wir am Mittwoch falsch gemacht haben. Wir müssen das Spiel schnellstens abhaken, sollten es aber nicht vergessen.“

Bei den Gästen, die von 2010 bis 2015 unter den Trainern Horst Riege und Thomas Geist gemeinsam mit dem SC Kapellen in den Eliteklassen des Fußballverbandes Niederrhein vertreten waren, hat der neue Coach Heinrich Losing nach elf Abgängen und sieben externen Neuzugänge einen Umbruch zu moderieren. Nachvollziehbar ist für ihn deshalb, „dass längst noch nicht alle Automatismen greifen.“ Aber die erste Elf sei individuell schon stark besetzt, fügt er an und verspricht: „Wir wollen versuchen, zu Hause eine Macht zu werden.“ Wenngleich das letzte Duell mit Sonsbeck bereits Jahre zurückliegt, vermag sich Ferber lebhaft vorzustellen, was den SCK am Sonntag vor heimischem Publikum erwartet: „Heinrich Losing war vorher in Süchteln Trainer – und auch da hatten wir Probleme mit seiner Mannschaft.“

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