Korschenbroich : Sammler von 3000 Dosen

Ein Museum, in dem seine Dosen ausgestellt werden – diesen Wunsch möchte sich Lothar Schumacher erfüllen. Jetzt sucht er ein Gebäude, um einige der rund 3000 Sammlerstücke zu zeigen. Darunter sind viele Raritäten.

Ein Museum, in dem seine Dosen ausgestellt werden — diesen Wunsch möchte sich Lothar Schumacher erfüllen. Jetzt sucht er ein Gebäude, um einige der rund 3000 Sammlerstücke zu zeigen. Darunter sind viele Raritäten.

Lothar Schumacher ist erfolgreicher Medienunternehmer. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Kunst und verreist gerne. Aber er hat auch ein weiteres Hobby, das kaum jemand vermutet: Er sammelt Dosen. "Vor 32 Jahren habe ich diese Leidenschaft entdeckt", erinnert sich der 71-jährige Korschenbroicher. "Vor dem Fall des Eisernen Vorhangs in Ungarn konnte ich eine Meißner-Dose aus dem 18. Jahrhundert günstig kaufen. Sie ist verziert mit Landschafts- und Personenszenen in der sogenannten Lupenmalerei." Inzwischen sei sein erstes Sammlerstück ein Vielfaches des ursprünglichen Kaufpreises wert.

Über Jahrzehnte hinweg hielt er immer die Augen offen nach neuen Objekten und besitzt heute rund 3000 Konfekt-, Zucker-, Kaffee- oder Zigarettendosen, die zum Großteil Raritäten sind. "Die meisten sind in speziellen Containern in einem Lagerhaus untergebracht. Die wertvollsten befinden sich natürlich in einem Banksafe", sagt er. Dort sei auch seine Lieblingsdose, eine Zigarettendose aus massivem Gold. "Sie stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert von einem russischen Großfürsten und ist mit dem russischen Doppeladler verziert. Allein der reine Goldwert beträgt 8000 Euro."

Wegen seiner Sammelleidenschaft und der großen Bedeutung der Dosen gründete Schumacher vor einigen Jahren den Förderverein des Deutschen Dosen-Museums, dem er vorsitzt. Schumacher: "Ohne Dosen würde die Menschheit nicht existieren. Sie begleiten uns von der Wiege bis zur Bahre." Damit meint er unter anderem das Döschen für die Milchzähne, vor allem aber die Konservendosen, in denen Lebensmittel lange haltbar sind. "Ich möchte die Wichtigkeit der Dosen im Alltag eines jeden Menschen verdeutlichen und themengerecht vermitteln. In dem Museum sollen Kinder die Möglichkeit haben, sich dem Thema spielerisch zu nähern, etwa durch einen Dosenwurfstand oder das Anfertigen eigener Banderolen."

Ein großer Bestandteil der Sammlung seien Zuckerdosen aus den vergangenen Jahrhunderten, anhand derer auch die Epochen abzulesen seien. "Bis 1802 war Zucker ein Luxusgegenstand und den Reichen und Adeligen vorbehalten. Dementsprechend kostbar sind auch die Zuckerdosen aus der Zeit. Erst danach fing die industrielle Herstellung von Rübenzucker an — so wurde er zum Allgemeingut."

Doch es befinden sich nicht nur teure Schätze in der Sammlung, die bald einen Raum finden soll. "Die preiswerteste Dose hat die Form eines Herzens, ist aus Plastik und hat 30 Cent gekostet — aber auch sie ist liebenswert".

(NGZ)