Jüchen : Sammeln für Kinder in Polen

Rentner Peter Sprung las in der NGZ von der Malteserhilfe für polnische Kinder. Er sammelte Geld, Spielwaren, Kleider und bastelte. Am 26. April starten sechs Jüchener Ehrenamtler ihren zweiten Transport.

Raus aus dem Sessel und etwas für andere tun: Diesem Impuls folgte der Jüchener Peter Sprung (72) spontan, nachdem er den NGZ-Artikel über den Hilfstransport der Jüchener Malteser für ein polnisches Kinderheim gelesen hatte. "Das ist eine Katastrophe, da muss man doch helfen", dachte sich der ehemalige Sozialarbeiter: Er hatte sich in der Kaarster "Insel" über 30 Jahre um Kinder und Jugendliche gekümmert, war bis 2004 aktiv bei den Maltesern und beendete jetzt seinen Ruhestand. Peter Sprung sammelte Geld, klingelte bei Nachbarn, Bekannten und Unternehmen und fragte nach Spielzeug und Kleidung. "In zwei Wochen kamen so 500 Euro zusammen", freut er sich. Ende April starten sechs Ehrenamtler um Frank Schumacher. Ihr Ziel: das tausend Kilometer entfernte Katy Wroclawskie bei Breslau – dorthin, wo sie von Kindern und Jugendlichen sehnsüchtig erwartet werden.

Ein altes, dringend sanierungsbedürftiges Haus steht für die Kinder und Jugendlichen zur Verfügung. Ihre Eltern, oft drogenabhängig oder alkoholkrank, können sich nicht um den Nachwuchs kümmern. Ende 2010 war Frank Schumacher zum ersten Mal zu dem Kinderheim gefahren. Obwohl er mit einem voll beladenen VW-Bus ankam, war ihm sofort klar: "Hier musst du weiter helfen." Die Not, die der Jüchener dort zu sehen bekam, hatte ihn tief berührt: "Es fehlt an allem, was für uns in Deutschland selbstverständlich ist." Die Fenster seien nur notdürftig mit Zeitungspapier verklebt worden, um den eisigen Wind etwas abzuhalten. Das gesamte Gebäude sei kalt und zugig, Tapeten oder Gardinen fehlten.

Ehrenamtler wie Peter Sprung haben jetzt Spielzeug und Bekleidung gesammelt. "Weiterhin suchen wir Fahrräder, Puzzles, kleine Autos oder Puppen", so Malteser-Sprecherin Susanne Wagener. Gebraucht werden auch Tornister, Bettwäsche, Wolldecken, Gardinen und Vorhänge, "damit der Alltag der Kinder und Jugendlichen etwas schöner wird." Außerdem fehlt Geld für die insgesamt 2000 Kilometer lange Strecke, die mit mehreren Fahrzeugen zurückgelegt werden soll.

Am 26. April werden sechs Helfer von Jüchen aus nach Polen fahren. Unterstützt werden sie bei der Aktion von der Maltesergruppe in Jüterbog. "Dort wurde ein Katastrophenschutzlager aufgelöst; die eingelagerten Möbel sollen den Grundstock bilden für die Einrichtung des Kinderheimes", erzählt Wagener. In Jüchen warten bereits Werkzeug, Tapeten und viele andere Dinge für die Grundrenovierung.

Bis zur Abfahrt wird Peter Sprung die Zeit noch nutzen, um in seinem Werkraum zu basteln. Aus Holz fertigt er gerade eine Garderobe für das Kinderheim. Und nach der Rückkehr wird die Hilfe weitergehen. "Es sollen so viele Fotos wie möglich gemacht werden, damit wir wissen, was noch fehlt." Dann kann Peter Sprung gezielt schreinern – für die Kinder und Jugendlichen in Polen.

(NGZ)