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Saisonunterbrechung bei Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss

2. Basketball-Bundesliga : TG Neuss von Saisonunterbrechung betroffen

Angesichts der Corona-Infektionszahlen wird der Spielbetrieb der 2. Damen-Bundesligen (Nord/Süd) bis zum 10. Januar pausieren. Frühestens fortgesetzt wird die Spielzeit am Wochenende 16./17. Januar.

Eigentlich hätten die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss am Mittwochabend im Heimspiel gegen den Nachbarn und Tabellenführer Capitol Bascats Düsseldorf ihren wichtigen Auswärtssieg bei den Bender Baskets Grünberg (77:58) vom Wochenende veredeln wollen. Doch daraus wird nichts. Nach vielen Wochen der Ungewissheit mit etlichen Spielabsagen sorgte die für die Organisation des Spielbtriebs zuständige Damen Basketball Bundesliga GmbH (DBBL) am Dienstag für klare Verhältnisse. In der Nord- und Südgruppe der 2. Bundesliga wird der Spielbetrieb wegen der negativen Entwicklung der Corona-Infektionszahlen ab sofort bis einschließlich 10. Januar unterbrochen.

„Die Entscheidung zur vorübergehenden Unterbrechung des Spielbetriebs der Toyota 2. Damen Basketball Bundesligen ist uns nicht leichtgefallen. Wir möchten allen Bundesligisten für die enormen Anstrengungen zur Umsetzung umfangreicher Test- und Hygienestrategien im bisherigen Saisonverlauf danken“, ließ DBBL-Geschäftsführer Philipp Reuner in einer Pressemitteilung wissen. Damit nimmt er unter anderem Bezug darauf, dass sich die Zweitliga-Vereine zuletzt darauf verständigt hatten, wie in den reinen Profiligen mit Corona-Tests zu arbeiten, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten beziehungsweise überhaupt einen einigermaßen verlässlichen Spielbetrieb auf die Beine zu stellen.

Denn seit Saisonbeginn kam die Mehrzahl der angesetzten Partien gar nicht zustande, wodurch ein total verzerrtes Tabellenbild entstand. Während etwa Primus Düsseldorf schon fünf Spiele absolviert hat, konnten Alba Berlin und Eintracht Braunschweig bislang nur je einmal auflaufen. Für die TG Neuss wäre das eigentlich für Mittwoch geplante  Match gegen Capitol Bascats die fünfte Partie gewesen.

TG-Abteilungsleiterin Angela Krings hat sogar errechnet, dass an bislang sieben Spieltagen von 84 möglichen nur 27 Paarungen tatsächlich ausgetragen werden konnten. „Wenn man das sieht, ist die Unterbrechung nachvollziehbar“, erklärt Krings und liegt damit komplett auf einer Wellenlänge mit TG-Geschäftsführer Klaus Ehren. „Auch wenn sich bislang nicht gezeigt hat, dass Sportereignisse zum Infektions-Hotspot geworden sind, ist die Entscheidung angesichts der steigenden Infektionszahlen vernünftig“, meint Ehren. Das auch vor dem Hintergrund, dass die kürzlich eingeführten Corona-Tests in einer Liga, in der das Gros der Spielerinnen keine Profis sind, keine wirkliche Sicherheit bringen würden. „Wenn am Donnerstag getestet wird, kann bis zum Spiel am Wochenende schon wieder viel passieren. Schließlich gehen unsere Spielerinnen in der Zwischenzeit in die Schule, zur Uni oder zur Arbeit und sind dort vielen Kontakten ausgesetzt“, sagt Ehren.

Auch Trainer John F. Bruhnke hat für diesen drastischen Schritt der Liga-Spitze durchaus Verständnis, „aber für uns ist das eine Katastrophe. Das trifft uns im falschen Moment. Gerade als wir unseren Rhythmus finden, wird uns wieder die Türe vor der Nase zugeschlagen. Als wir am Montag nach dem Training von der Entscheidung hörten, waren wir alle ziemlich geknickt“. Ihm falle jedenfalls nichts mehr ein, wie er die „basketballerische Spannung“ bis zum Restart 3.0 jetzt noch aufrechterhalten könne. Darum versucht er es bis zum Weihnachts-Break mit einem Mix aus Fitness und Spaß. „Wir werden auch mal Fußball oder Volleyball spielen.“ Seine Mädels für dieses Jahr schon komplett in die Ferien zu schicken, kommt für ihn nicht in Frage: „So lange wir dürfen, werden wir trainieren.“ Im Moment geht er davon aus, dass die Tigers ab dem 4. Januar in die Vorbereitungen auf den Wettkampfbetrieb einsteigen.

Die Planungen der DBBL sehen bislang so aus, dass die Saison am Wochenende 16./17. Januar fortgesetzt wird. Alle bis dahin angesetzten Spiele (inklusive Nachholspiele) werden verlegt. Bis spätestens 10. Januar soll eine Neubewertung der Lage erfolgen.