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Saisonstart in der Zweiten Tennis-Bundesliga

Tennis : Vom Wiederaufstieg ist keine Rede beim TC Blau-Weiss Neuss

Die 2. Tennis-Bundesliga startet am Sonntag in ihre Saison, der Bremer Tennisclub ist dann ab 11 Uhr erster Gast an der Neusser Jahnstraße.

Die großen Tenniszeiten, sie sind wohl endgültig vorbei an der Neusser Jahnstraße. Dem TC Blau-Weiss Neuss, zwei Mal in den vergangenen drei Jahren aus der Ersten in die Zweite Bundesliga abgestiegen, war die am Sonntag (11 Uhr) mit einem Heimspiel gegen den Bremer TC startende Saison im Unterhaus nicht mal eine Pressekonferenz wert.

Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass beim Immer-Noch-Rekordmeister der Bundesliga und Europapokalsieger von 1988 inzwischen ganz kleine Brötchen gebacken werden. „So früh wie möglich den Klassenerhalt zu schaffen,“ wird als offizielles Saisonziel vor den acht Meisterschaftsspielen bis zum 16. August ausgegeben. Weil die Liga nicht mit der Sollstärke von zehn Teams aufwartet, haben die Neusser am letzten Spieltag (18. August) spielfrei. Neben den Bremern, in der vergangenen Saison als Fünfter (!) nur um zwei Punkte am Abstieg vorbeigeschrammt, komplettieren der Immer-Noch-Deutsche Rekordmeister LTTC Rot-Weiss Berlin, dessen Hauptstadtrivale TC Blau-Weiss, der Wilhelmshavener THC, der Bielefelder TTC, der Club an der Alster Hamburg, der TC Iserlohn und der TC Bredeney Essen das Feld der 2. Liga Nord.

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Die beiden Tabellenletzten steigen ab, der Meister steigt auf – wenn er denn will. Vom TC Bredeney, gerade erst in die Zweite Liga aufgestiegen, wird allgemein kolportiert, dass er will. Weshalb die Essener, die mit den früheren Rochusclub-Spielern Mats Moraing und Peter Torebko halbwegs prominent besetzt sind, als Favorit auf Platz eins gelten. Rot-Weiss Berlin sticht aus den Multi-Kulti-Aufgeboten, die die meisten Klubs ins Rennen schicken, ein bisschen heraus, schließlich hat der Altmeister in Rudolf Molleker und Daniel Altmaier zwei deutsche Jung-Talente an den Positionen eins und vier gemeldet.

Beim TC Blau-Weiss Neuss tauchen die einzigen deutschen in der insgesamt 15 Namen umfassenden Meldeliste ganz am Schluss auf. Es sind die mittlerweile in die Jahre gekommenen „Spielertrainer“ Clinton Thomson (35) und Marius Zay (37), dazu der 19-jährige Maximilian Dorn. Der Rest ist bunt gemischt: ein Ungar, ein Finne, drei Franzosen, zwei Niederländer, ein Spanier, ein Belgier, ein Österreicher, ein Däne und ein Chilene bilden das Aufgebot.

Immerhin: Wer in den vergangenen Jahren zur Jahnstraße pilgerte, wird ein paar Spieler wieder erkennen. Den Ungarn Attila Balasz, mit Platz 203 auf der Weltrangliste der am höchsten notierte Akteur und deshalb an Position eins gesetzt. Die Niederländer Botic van de Zandschulp und Niels Lootsma, die bleiben durften, obwohl die im Kampf um den Klassenerhalt in der vergangenen Saison alles andere als eine glückliche Figur abgaben. Der Däne Frederik Nielsen, der im Doppel mal Wimbledon gewann und Sympathieträger werden könnte, wenn er mal da ist in den vier Heimspielen (21. Juli, 28. Juli, 2. August, 9. August). Der Chilene Gonzalo Lama und der Belgier Julien Cagnina, der 2017 in der Aufstiegssaison wichtige Punkte sammelte.

Hohe Erwartungen setzen sie bei Blau-Weiss in den Finnen Emil Ruusuvuori, mit 20 Jahren der jüngste im Kader. Auf der Weltrangliste wird der Schützling des früheren Weltklasespielers Jarkko Nieminen auf Position 300 geführt, nur neun Plätze vor dem Franzosen Tak Khuun Wang, der in Matteo Martineau (ATP 436) und Maxime Tchoukatian an der Jahnstraße auf zwei Landsleute trifft. Der Spanier Javier Barranco Cosano (ATP 328) und der Österreicher Lenny Hampel komplettieren das blau-weisse Aufgebot.

Aus dem am Sonntag Tag Khuun Wang, Javier Barranco Cosano, Matteo Martineau, Botic van de Zandschulp, Julien Cagnina, Lennard Hampel, Niels Lootsma und Clinton Thomson zur Verfügung stehen sollen. Wer von ihnen die in der 2. Liga nun wieder auf dem Programm stehenden sechs Einzel und drei Doppel bestreitet, steht noch nicht genau fest.