Saisonstart in der Ringer-Oberliga für den KSK Konkordia Neuss

Ringen : KSK Konkordia greift unverdrossen an

Obwohl die Aufstiegsproblematik immer noch aufs Gemüt drückt, peilt der Ringer-Oberligist aus Neuss Top-Platz an.

Das Leben könnte so schön sein für die Ringer des KSK Konkordia Neuss, würde es in einer Saison ausschließlich um das Geschehen auf der Matte gehen. Denn das junge Team der Trainer Oleg Dubov (Griechisch-römisch) und Erich Marjalke (Freistil) gehört in der zweigeteilten Oberliga NRW wiederum zum engsten Favoritenkreis.

Doch wie schon in den Vorjahren, als sich die jeweiligen West-Meister mit zum Teil grotesken Aktionen dem Aufstieg in die 1. Bundesliga zu entziehen suchten, hat sich an dem grundlegenden Dilemma nichts geändert. Eine 2. Liga gibt es nach wie vor nicht, was zu verkraften wäre, herrschte in einem entscheidenden Punkt Einigkeit unter den Dachverbänden: Während der Deutsche Ringerbund (DRB) den sportlich fürs Oberhaus qualifizierten Vereinen eine Aufstiegspflicht auferlegt, heißt es in den Richtlinien des Ringerverbandes Nordrhein-Westfalen (NRW) nur: „Der Meister der Oberliga ist zum Aufstieg zur DRB-Bundesliga berechtigt.“

Daran fühlen sich Neusser Kraftsportler, die es in der vergangenen Saison sogar auf einen Rechtsstreit mit dem DRB hätte ankommen lassen, gebunden. Und darum stellt KSK-Ehrenvorsitzender Hermann J. Kahlenberg klar: „Wir werden auch in dieser Saison immer versuchen, mit der stärksten Mannschaft auf Sieg zu ringen. Wenn es dann am Ende zum Titel reicht und wir die 1. Liga finanziell und organisatorisch stemmen können, steigen wir auch auf. Wenn nicht, müssen wir eben neu überlegen.“

Allerdings ist der Weg zur Westdeutschen Meisterschaft, beginnend mit der Hauptrunde im der Rheinland-Staffel über die Play-offs bis zum abschließenden „Final-Six-Turnier“ am 21. Dezember in Bonn, extrem steinig. Der KSV Simson Landgraaf – die Niederländer gewannen im Vorjahr das Finale gegen Neuss  mit 18:15, verzichteten aber auf den ihnen nachträglich angebotenen Platz im Oberhaus – ist wiederum bärenstark. Auf seinem Zettel hat Kahlenberg auch den TV Aachen-Walheim, der seine Ringer Anfang des Jahres aus finanziellen Gründen aus der Bundesliga Nordwest zurückgezogen hatte.

Gleich zum Auftakt am Samstag in der Sporthalle an der Steinstraße beim KSV Germania Krefeld erwartet Kahlenberg „einen heißen Tanz.“ Die Neusser starten mit einem Auswärtskampf, da sich die Rückkehr in die umgebaute Sporthalle der Gesamtschule Nordstadt an der Frankenstraße verzögert. Das Ringertrainingszentrum des KSK im Nordparkbad hat als Ausweichquartier auf jeden Fall ausgedient. Mit Blick auf die saftige Strafe von 1000 Euro in der vergangenen Saison erklärt Kahlenberg: „Sie ist nicht mehr zugelassen. Das ist einfach keine Wettkampfhalle.“

Die mit Eigengewächsen gespickte Mannschaft der Konkordia ist so stark, „dass wir manche Gewichtsklassen doppelt und dreifach besetzen könnten“, sagt Kahlenberg. Das Team: 57 kg (F): Albert Nakaev (Ilja Chupanov); 61 kg (G): Aaron Bellscheidt; 66 kg (F) Ayoub Musaev,; 71 kg (G): Deni Nakaev (Mohammad Mirderikvand); 75 kg (F): Lom Ali Eskijev; 75 kg (G): Samuel Bellscheidt (Olimjon Kholikov); 80 kg (F): Mikalai Savenka; 86 kg (G): Julian Lejkin; 98 kg (F): Schamil Kasumov (Jonas Billstein); 130 kg (G): Robert Talaska. Die Zweitvertretung ringt in der Landesliga Westfalen mit Timo Schaffrinna, Khizar Idikov, Jan Krempin, Iwan Tagner, Anatolij Efremov, Daga Kuratschew, Adam Bachor, Hereish Amyadi, Nikita Lejkin, Denis Briske. Am Samstag wartet der TV Essen-Dellwig II mit den auch schon in Neuss aktiven Trainern Björn Holk und Christian Jäger auf die Neusser.

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