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Saisonstart des Eishockey-Regionalligisten Neusser EV

Eishockey : Eine Regionalliga mit internationalem Flair

Am Freitag startet der Neusser EV in die Eishockey-Saison, die neben den Standardgegnern solche aus den Nachbarländern beschert.

Auf den ersten Blick scheint sich in der am Wochenende startende Eishockey-Regionalliga West nicht viel geändert zu haben: Die oberen Vier, der zweimalige Meister Herforder EV, Hauptrunden-Sieger Hammer Eisbären, die EG Diez-Limburg und der EHC Neuwied, werden das Rennen wieder unter sich ausmachen. Und dahinter mit wahrscheinlich gehörigem Abstand werden die verbliebenen Mitläufer, die Dinslakener Kobras, die Ratinger Ice Aliens und der Neusser EV versuchen, den Großen gelegentlich ein Bein zu stellen. Der NEV startet am Freitag in Diez-Limburg und am Sonntag (20 Uhr) zuhause gegen Neuwied.

Aus der vor wenigen Jahren gegründeten Regionalliga, deren Ziel zwölf Teilnehmer war, ist inzwischen nach dem Abstieg von Frankfurt und Lauterbach sowie dem Rückzug der Soester Bördeindianer eine Miniliga mit nur noch sieben Konkurrenten geworden, denn aus der darunterliegenden fünftklassigen Landesliga war kein Verein zu einem Aufstieg zu bewegen. Allen war das finanzielle Risiko zu groß.

Da die meisten der verbliebenen Vereine aus wirtschaftlicher Sicht aber zwei Spiele pro Wochenende benötigen, kam nun eine vor Jahren schon abgelegte Idee zum Tragen: eine Kooperation mit der Be/Ne-League, einem Zusammenschluss belgischer und niederländischer Eishockey-Vereine. Drei belgische und drei niederländische Teams füllen die Regionalliga West auf – allerdings für die diesjährige Testphase nur für das erste Viertel der RL-Doppelrunde. Das alles firmiert unter der Bezeichnung Inter-Regio-Cup und beschert dem NEV drei Heimspiele gegen belgische und drei Auswärtsspiele gegen niederländische Mannschaften.

Danach spielt die Regionalliga mit ihrem aufgeblasenen Modus alleine weiter: In einer Doppelrunde werden die besten Sechs ermittelt. Der Siebte spielt eine Relegation gegen Landesligisten. Die Sechs ermitteln in einer Einfachrunde die vier Play-off-Teilnehmer.

NEV-Cheftrainer Daniel Beske, der nach seinem Engagement in Neuwied zu seinem Heimatverein zurückgekehrt ist, sieht den kommenden Wochen gelassen entgegen. Gegenüber der letzten Saison hat sich seine Mannschaft stark verändert. Fünf Abgänge in der Verteidigung und sieben in den Angriffsreihen mussten ersetzt werden. Vier Abwehrspieler und sechs Stürmer sind hinzugekommen. Darunter zwei ausländische Stürmer, der US-Amerikaner Brett Lucas sowie der Lette Sergej Piskunov, die zusammen mit dem Deutsch-Russen Nikolai Varianov die Bilanz der mageren NEV-Torausbeute aufbessern sollen. Lucas (27) hat zunächst in Schweden und dann vier Jahre lang in Solingen gespielt. Piskunov (26) wurde zuletzt mit dem ECW Sande Meister der Regionalliga Nord. Varianov (35), geboren in Moskau, hat in Füssen das Eishockeyspielen gelernt und ist als Stürmer von Lauterbach in Neuss bekannt. Da in Maximilian Bleyer (27, zurück aus Ratingen) und Felix Wolter (26, aus Solingen) zwei weitere potente Stürmer zum NEV gestoßen sind, dürften die neuen Angriffsreihen an Qualität gewonnen haben.

Ob das für die Abwehr zutrifft, muss abgewartet werden. Mit sieben, zum Teil sehr jungen Athleten, ist die Verteidigung nicht gerade üppig bestückt. Prominenteste Zugänge sind Alexander Richter (24, zurück aus Neuwied) und Routinier Sven Rothemund (29), der aus Bayreuth stammt und schon für Oberligavereine in Süd- und Ostdeutschland gespielt hat. Aus dem eigenen Nachwuchs rückten Torwart Tjaard Jansen, Verteidiger Lukas Siebenmorgen und Stürmer Marc Sprengnöder auf.

„Natürlich wollen wir Platz sieben vermeiden,“ gibt Trainer Benske als Parole aus, der mit dem letztjährigen NEV-Co-Trainer Udo Tursas zusammenarbeitet. Von dem Trio Dinslaken, Ratingen und Neuss traut Benske den Dinslakener Kobras, die sich kräftig verstärkt haben – unter anderem mit dem ehemaligen Neussern Pascal Rüwald – am ehesten zu, den großen Vier Punkte abzunehmen. Neben Trainingsrückstand durchkreuzen Verletzungen die Aufbauarbeit des NEV. Holger Schrills muss sich in dieser Woche wegen einer Knieverletzung einem MRT unterziehen und Thorben Beeg wird wegen einer gebrochenen Rippe noch etwa vier Wochen fehlen.