1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Säbelfechter Valentin Meka ist NGZ-Sportler des Monats Februar

NGZ-Sportler des Monats Februar : Ein Leben im Einklang mit dem Sport

Bei der Kadetten-Europameisterschaft in der Ukraine holte der Dormagener Säbelfechter Bronze. Dieser Erfolg ist keineswegs Zufall.

Wenn man mit Valentin Meka spricht, hat man nicht den Eindruck, dass man sich mit einem 16-jährigen unterhält. Der Dormagener Säbelfechter ist erstaunlich abgeklärt für sein Alter, strahlt viel Ruhe und Selbstbewusstsein aus. Ganz nebenbei ist Meka momentan das heißeste Eisen der Dormagener U17-Fechter. Dass es sich dabei nicht um eine oberflächliche Fassade, sondern einen reflektierten Charakter handelt, der früh lernen musste, selbstständig zu sein, wird einem schnell bewusst, wenn man sich die Vita Mekas, der sein Leben rund um seinen Sport aufgebaut hat, anschaut.

Im zarten Alter von sechs Jahren erlernte Meka das Fechten. Damals noch in seinem Heimatverein, dem TSV Ratingen. Im Ratinger Kampfanzug machte er dann das erste Mal bei der U17-DM auf sich aufmerksam. „Einen Tag nach dem Wettkampf hat Olaf Kawald bei uns zu Hause angerufen und Interesse geäußert, mich in Dormagen zu fördern“, erzählt Meka. Olaf Kawald ist Sportlicher Leiter und Bundesstützpunktleiter beim TSV Bayer Dormagen und lotste den talentierten Ratinger damals in den Rhein-Kreis. Zwei Monate und eine Probewoche später hatte Meka dann schon den Entschluss gefasst, nach Dormagen ins Sportinternat zu wechseln  – mit gerade mal 14 Jahren. „Das ging dann alles ganz schnell. Am Anfang war es ungewohnt, von zu Hause weg zu sein, doch die Älteren aus dem Internat haben mich mitgezogen und ich war schon immer relativ selbstständig“, erinnert sich der Nachwuchsfechter an die Anfangszeit.

Doch nicht nur seine Eigenständigkeit profitierte von dem Ortswechsel. Sein Alltag drehte sich von nun an nur um den Sport. Zehn Trainingseinheiten pro Woche, unterteilt in Athletik und Fechttraining, sind nicht ungewöhnlich für Meka. Auch die schulische Karriere hat der Säbelfechter zu Gunsten des Sports modifiziert. Der Schüler des Norbert-Gymnasium in Knechtsteden entschied sich für eine Schulzeitstreckung. Sein Abitur macht er dadurch in drei statt in zwei Jahren. „Das ist schon außergewöhnlich und keineswegs normal“, bewundert Kawald Mekas Hingabe zum Sport. „Ich versuche, das bestmögliche Abitur zu machen, wollte aber auch keine Abstriche beim Sport machen“, schildert der Wahl-Dormagener seine Beweggründe.

Angesichts seines Wettkampfplans war diese Entscheidung auch eine weise Voraussicht. Die Wettkampfsaison geht von Oktober bis April. Im Winter, so Meka, stauen sich jedoch die meisten Weltcups und Turniere, sodass es durchaus möglich ist, dass er drei, vier Wochen am Stück im Dauereinsatz ist – mit großem Erfolg. Der 16-jährige ist mehrfacher Deutscher Meister und holte jüngst bei der U17-Europameisterschaft die Bronzemedaille. Als Zweiter der deutschen Rangliste qualifizierte er sich außerdem für die Weltmeisterschaft Anfang April in Salt Lake City.

Der Flug in die USA ist für Meka, der sonst durch ganz Europa mit dem U17- und U19-Weltcupzirkus tourt, die bisher weiteste Reise. Eine Medaille wäre aus seiner Sicht der „perfekte Saisonabschluss. „Eine WM ist allerdings nochmal viel härter und etwas ganz anderes. An einem guten Tag kann ich aber überall mithalten“, schätzt Meka seine Erfolgschancen ein. Die Disziplin und den Fleiß, der dafür von Nöten wäre, bringt der Dormagener Ruhepol in jedem Fall mit.