Säbelfechter Max Hartung gewinnt Weltcup-Turnier in Madrid

Fechten : Hartung schlüpft in Rolle als EM-Favorit

Säbelfechter des TSV Bayer Dormagen gewinnt das Weltcup-Turnier in Madrid. Deutsches Team verliert gegen Ungarn.

Zwei Mal in Folge hat Max Hartung den Europameistertitel im Säbelfechten gewonnen. Für die nächsten kontinentalen Titelkämpfe, die vom 17. bis 22. Juni in den Düsseldorfer Messehallen ausgetragen werden, hat sich der 29-Jährige, der von Kindesbeinen an für den TSV Bayer Dormagen ficht, endgültig in die Favoritenrolle geschoben.

Denn beim vorletzten Weltcup-Turnier vor EM-Beginn in Madrid wiederholte Max Hartung seinen Triumph aus dem Vorjahr. Im Finale setzte er sich mit 15:14 gegen den Olympiasieger von London und Rio de Janeiro, den Ungarn Aron Szilagyi durch, nachdem er im Halbfinale den letztjährigen WM-Dritten Junho Kim (Südkorea) mit dem gleichen Ergebnis ausgeschaltet hatte. Hartung festigte damit seinen dritten Platz auf der Weltrangliste, die der US-Amerikaner Eli Dershwitz – belegte in Madrid den fünften Platz – vor Sanguk Oh anführt. Der Südkoreaner musste sich im Halbfinale Aron Szilagyi mit 8:15 geschlagen geben und belegte ebenso wie sein Landsmann Junho Kim den dritten Platz. Im Viertelfinale hatte Max Hartung dem italienischen Altmeister Aldo Montano, dem Olympiasieger von Athen 2004, mit 15:5 eine wahre Lektion erteilt.

Für den Dormagener war es bereits der zweite Weltcup-Sieg dieser Saison, nachdem er Ende März das Turnier in Budapest gewonnen hatte. Außerdem belegte er in Padua und Warschau sowie beim Grand Prix in Seoul jeweils Rang drei. Damit hat sich Hartung eine gute Ausgangsposition im Kampf um eine Fahrkarte zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio gesichert – und für die Europameisterschaften, die am 17. Juni in Düsseldorf beginnen, in eine Favoritenrolle gebracht. Die Generalprobe für die EM steigt am übernächsten Wochenende (24. - 26. Mai) beim Grand Prix in Moskau.

Nicht ganz so gut lief es in Madrid für die anderen Dormagener Starter. Matyas Szabo unterlag in der Runde der besten 32 dem Georgier Sandro Bazadze mit 13:15, Benedikt Wagner im gleichen Durchgang dem Südkoreaner Jaeng Jung mit 14:15 und wurde 31., Lorenz Kempf scheiterte eine Runde zuvor mit 10:15 am US-Amerikaner Khalil Thompson und belegte Platz 41.

In dem mit Blick auf die Olympiaqualifikation so wichtigen Teamwettbewerb kam die deutsche Mannschaft nicht über Platz sieben hinaus. Nach einem 45:20-Auftaktsieg über Thailand scheiterten Max Hartung, Benedikt Wagner und Matyas Szabo mit 33:45 an Ungarn. In den Platzierungsgefechten gelang dem Dormagener Trio ein 45:44-Zittersieg über die USA, dem eine 36:45-Niederlage gegen Frankreich folgte. Den Sieg sicherten sich die Italiener durch ein 45:31 im Finale über Russland, Korea besiegte Ungarn im Kampf um Platz drei mit 45:38.

Gar nicht gut lief es für die deutschen Säbelfechterinnen beim gleichzeitig ausgetragenen Weltcup-Turnier in Tunis. In der Einzelkonkurrenz bedeutete Rang 72 durch Lea Krüger (TSV Bayer Dormagen) die beste Platzierung, die in Dormagen trainierende Julika Funke (Künzelsau) und Anna Limbach folgten auf den Plätzen 75 und 76. Das fand auch im Mannschaftswettbewerb seinen Niederschlag. Zwar starteten die deutschen Fechterinnen mit einem lockeren 45:28-Sieg über Venezuela, doch dann folgten nur noch Niederlagen. Nach dem 22:45 gegen China ging es in die Platzierungsfechte, nach einer 35:45-Niederlage gegen Polen sprang nur Platz zwölf heraus.

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