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Fechten: Säbelfechter feiern ausgelassen ihren Titel

Fechten : Säbelfechter feiern ausgelassen ihren Titel

Selbst Bundestrainer Dan Costache zeigte sich überrascht von der Nervenstärke seiner Schützlinge.

Drei Mal einen Rückstand gedreht, am Ende im Finale den noch amtierenden Junioren-Weltmeister Italien mit 45:34 regelrecht deklassiert - die deutschen Säbelfechter sorgten zum Abschluss der Junioren-Europameisterschaften im slowenischen Maribor mit Gold im Mannschaftswettbewerb (die NGZ berichtete) für Furore.

"Sensationell", jubelte Nachwuchs-Bundestrainer Dan Costache, "es ist klasse, was die Jungs heute hingelegt haben." Mit den "Jungs" meinte er vor allem seine Schützlinge Domenik Koch, Eduard Gert und Rouwen Redwanz, für die er nicht nur als Bundes-, sondern auch als Heimtrainer beim TSV Bayer Dormagen verantwortlich zeichnet. "Ich trainiere die Jungs seit so vielen Jahren und ich habe gespürt, wie sehr sie es wollen. Da war sicher noch Frust vom Vortag dabei, den sie super kanalisiert haben", sagte er mit Blick auf das eher unbefriedigende Abschneiden des Trios im Einzelwettbewerb, in dem nur Domenik Koch als Sechster am Medaillengewinn schnuppern durfte.

Am Donnerstag sah das anders aus: "Die Vier haben als Team fantastisch funktioniert, jeder hatte seine Momente. Das war einfach überragend", lobte Costache das Quartett, zu dem noch der im Finale nicht eingesetzte Simon Rapp (TSG Eislingen) gehörte. Dabei machten sie es in allen drei Gefechten spannend: Im Viertelfinale gegen Frankreich lagen sie 20:25 im Hintertreffen, ehe Eduard Gert mit einem 10:4-Lauf gegen Pierre Colleau die Weichen zum 45:40-Sieg stellte.

Im Halbfinale gegen Russland war es Domenik Koch, der mit einem 12:4-Sieg über Iliy Andreev einen zwischenzeitlichen 18:25-Rückstand in eine Führung verwandelte. Und auch am Schluss die Nerven behielt, als er bei einer 40:38-Führung auf die Planche musste, wo Dmittriy Danilenko auf ihn wartete, der sich tags zuvor den EM-Titel im Einzel gesichert hatte. Koch setzte sich mit 5:2 durch.

Im Finale führten die Italiener bereits mit 20:10. Diesmal war es Rouwen Redwanz, der mit seinem 13:5 über Francesco Bonsanto den Weg zum Titel ebnete. Den machte Domenik Koch mit seinem 5:3 über Bonsanto dann perfekt und löste damit einen Jubelsturm nicht nur beim Bundestrainer aus: "Eine ausgesprochen großartige Mannschaftsleistung, die die Jungs abgeliefert haben. Ich bin sehr stolz auf sie", meinte Dan Costache und gab zu: "Um ehrlich zu sein, damit habe ich nicht wirklich gerechnet. Auf einen Podestplatz habe ich schon gehofft, aber dass die Jungs hier den Titel holen, habe ich erst mit dem 45sten Treffer realisiert." Obwohl sie bereits gestern früh die Heimreise antraten, feierten Simon Rapp, Eduard Gert, Domenik Koch und Rouwen Redwanz den Titelgewinn vor Ort ausgiebig. "Das haben sie sich auch verdient", meinte ihr Trainer nachsichtig.

(NGZ)