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Säbelfechter des TSV Bayer Dormagen erfüllen Mission EM-Gold als Team

Euro in Düsseldorf : Säbelfechter erfüllen Mission Gold als Team

Der EM-Titel im Mannschaftswettbewerb ist ein Gemeinschaftsprodukt der gesamten Fechtabteilung im TSV Bayer Dormagen.

So geht das im Sport. „Vor zwei Wochen“, da wusste Max Hartung noch nicht mal, „ob ich überhaupt würde mitmachen können.“ Und nun saß der 29-Jährige am Samstagabend kurz vor Mitternacht mit Bundestrainer Vilmos Szabo, seinen Vereinskollegen Matyas Szabo und Benedikt „Peter“ Wagner (alle TSV Bayer Dormagen) sowie dem im Finale nicht eingesetzten Björn Hübner-Fehrer (Werbach) im „Aktuellen Sportstudio“ und erzählte Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein, wie das denn bei den Europameisterschaften in Düsseldorf so gewesen sei, mit den Säbelfechtern Gold für Deutschland zu holen.

Mit dickem Tapeverband um die angerissene Kapsel im Sprunggelenk hatte Hartung nach Bronze im Einzelwettbewerb ganz maßgeblich an einer weiteren Sternstunde der Fechter mitgewirkt. Die adelte sogar NRW-Ministerpräsident Armin Laschet mit einem Tweet aus der Staatskanzlei: „Diese klassische Sportart erinnert uns daran, wie zeitlos die Werte Respekt und Fairness im Sport sind.“

Möglich gemacht hätte das Husarenstück aber vor allem das Publikum in der zur Arena umfunktionierten Düsseldorfer Messehalle 8b, erklärte Matyas Szabo: „Das war heute Wahnsinn!“ Die als Volunteers (freiwillige Helfer) ins Turnier eingebundenen jungen Fechter des TSV Bayer Dormagen hätten „richtig Stimmung gemacht“, fügte Szabo an und stellte fest: „Ohne sie hätten wir es nicht geschafft.“ Fast die gesamte Fechtabteilung sei am Samstag zum Anfeuern mitgekommen, bestätigte TSV-Fechtkoordinator Olaf Kawald stolz. Unterstützung, die auch dringend Not tat, schließlich war Wagner ebenfalls angeschlagen ins Turnier gegangen. Der Europameister von 2016 grinsend: „Vor anderthalb Wochen bin ich 29 geworden – und kurz darauf bekomme ich einen Hexenschuss. Das zeigt, ich werde alt.“

Vor dem anstehenden Rückzug ins Seniorenheim haben er und seine Teamkameraden aber noch was vor: Bei den Weltmeisterschaften vom 15. bis 23. Juli in Budapest könnten sie das Ticket für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio schon fast lösen. „Eine WM-Medaille würde uns schon sehr helfen“, sagt Matyas Szabo und Kawald ergänzt: „Bei Weltmeisterschaften wird die doppelte Punktzahl vergeben. Kommen die Jungs also auch in Ungarn unter die ersten Drei, wären sie auf der sicheren Seite.“ Den Rechenschieber packt er indes nicht aus, weiß er doch aus langjähriger Erfahrung nur zu gut: „Wer rechnet, verliert. Du musst den Schwung jetzt einfach mitnehmen.“

Hätten auch eine Goldmedaille verdient: Auf die Unterstützung der gesamten Fechtabteilung des TSV Bayer Dormagen konnten die deutschen Säbel-Herren bei den Europameisterschaften in Düsseldorf bauen. Foto: Heinz. J. Zaunbrecher/Heinz J. Zaunbrecher

Zum wichtigsten Trumpf könnte der große Zusammenhalt in der Truppe, zu der auch der für die EM wegen einer Knie-OP ausgefallene Richard Hübers zählt, werden. „Das sind alles meine Söhne“, sagt Vilmos Szabo.