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Sportpolitik: Ruhige Sportarten sind gefragt

Sportpolitik : Ruhige Sportarten sind gefragt

Mit seinen Fortbildungskursen für Trainer, Übungsleiter und Vereinsmitarbeiter muss der Kreissportbund sich den neuesten Trends in der Sportlandschaft anpassen. Hoch im Kurs stehen Yoga, Tai Chi und Bewegung im Wasser

Privat gibt es für Petra Maak eigentlich nur eine Sportart: Seit mehr als drei Jahrzehnten ist die Dormagenerin als Langstrecklerin aktiv, sammelte auf der Bahn, im Crossgelände und auf der Straße Titel bis hin zur Deutschen Marathonmeisterschaft. Beruflich hingegen muss sich die 48-Jährige mit Dutzenden von Disziplinen beschäftigen und auskennen.

Verantwortlich: Petra Maak Foto: Berns, Lothar

Denn als Diplom-Sportlehrerin in Diensten des Sportbundes im Rhein-Kreis Neuss (KSB) ist Petra Maak für die Aus- und Fortbildung von Trainern, Übungsleitern und Vereinsmitarbeitern zuständig. Und dabei stets den neuesten Trends und Entwicklungen in der Sportlandschaft auf der Spur: "Wir müssen der Nachfrage in den Vereinen nicht nur gerecht werden, sondern eigentlich immer einen Schritt voraus sein", weiß die Dormagenerin.

Sie hat gerade die neueste Lehrgangsbroschüre des KSB fertiggestellt, in der auf 80 Seiten mehr als 200 Angebote vorgestellt werden. "So viele wie noch nie", sagt Petra Maak. Die Bandbreite reicht von A wie Aerobic und Aqua Fitness bis Y wie Yoga, die Angebote richten sich an Übungsleiter aller Qualifikationsstufen und für alle Altersgruppen. Bewegungserziehung im Kleinkind- und Vorschulalter ist ebenso dabei wie Gleichgewichts- und Stabilitätstraining für Senioren.

Hoch im Kurs steht dabei "alles, was mit Gesundheitssport zu tun hat", weiß die Expertin. Neben den "Klassikern" in Sachen Herz- und Kreislauftraining — Laufen, Walking und vor allem Nordic Walking — ist Bewegung im Wasser äußerst gefragt. So gibt es im Neusser Nordparkbad eine Trainerausbildung Aqua Fitness, die der KSB gemeinsam mit dem Schwimmverband NRW veranstaltet. Zweiter großer Trend, sagt Petra Maak, "sind die ruhigen Sachen": Yoga, Tai Chi oder Qui Gong werden nach wie vor in den Vereinen stark nachgefragt, entsprechend groß ist der Bedarf an dafür speziell ausgebildeten Trainern und Übungsleitern.

Doch es geht auch ganz klassisch, nämlich mit dem guten alten Sportabzeichen. "Wir bilden Trainer und Prüfer aus, auch solche, die mit Behinderten arbeiten", sagt Maak. Und weil die Sportangebote der Vereine sowohl finanziert als auch verwaltet werden müssen, gibt es Qualifizierungsmaßnahmen auch für "Funktionäre" wie Schatzmeister und Geschäftsführer. Wobei sich auch Nicht-Vereinsmitglieder sowohl in Theorie als auch in Praxis fortbilden können — die müssen allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen als die anderen.

(NGZ)