Korschenbroich: Rüffel für Sportfunktionäre

Korschenbroich: Rüffel für Sportfunktionäre

Korschenbroich Wie ein roter Faden durchzog die Frage die Jahreshauptversammlung des Stadtsportverbands (SSV): Welchen Stellenwert ihr Dachverband für die Korschenbroicher Sportvereine hat, blieb indes offen - zumindest für einen beachtlichen Teil derselben, denn die waren erst gar nicht mit von der Partie als es jetzt galt, wichtige Führungspositionen neu zu besetzen.

Korschenbroich Wie ein roter Faden durchzog die Frage die Jahreshauptversammlung des Stadtsportverbands (SSV): Welchen Stellenwert ihr Dachverband für die Korschenbroicher Sportvereine hat, blieb indes offen - zumindest für einen beachtlichen Teil derselben, denn die waren erst gar nicht mit von der Partie als es jetzt galt, wichtige Führungspositionen neu zu besetzen.

Von den 35 Vereinen, die dem Stadtsportverband angehören, waren in der Gaststätte Deuss nämlich gerade einmal 19 vertreten, die 33 stimmberechtigte Delegierte entsandt hatten.

August Gabelmann, der zwei Jahre nach seiner Amtsübenahme einstimmig als SSV-Vorsitzender bestätigt wurde (die NGZ berichtete), nannte weitere Beispiele für die "miese und miese Beteiligung" der Vereine, die 2007 etwa dazu geführt hat, dass der Monate lang vorbereitete, dritte Kommunale Sportkongress vergangenen Oktober abgesagt werden musste. Auch das seinerzeit angebotene Seminar zum neuen Steuerrecht erfreute sich nicht gerade überwältigender Resonanz: Gerade einmal 16 Teilnehmer hätten sich hierzu in Neersbroich eingefunden, darunter vier Mitglieder des SSV-Vorstands, resümierte Gabelmann.

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Unverständnis für die Vereine zeigt nicht nur in diesem Punkt auch Geschäftsführer Hans-Peter Walther, der sich schon aus dem wohl verstandenem Eigeninteresse der Vereine mehr Interesse versprochen hätte: "Die Finanzämter prüfen jetzt auch kleine Vereine", warnte Walther, der seine Zweifel nicht verhehlte, ob denn auch wohl jeder für die Finanzen zuständige Vorständler firm genug in Steuerdingen sei, um auf nützliche Informationen verzichten zu können. Auch in seinem Jahresbericht hatte der alte und neue Geschäftsführer des Sportverbands kein Blatt vor den Mund genommen: Nur noch 39 Vereine hätten 2007 dem Landessportbund gemeldet werden können, drei weniger als noch im Jahr zuvor, Entsprechend gesunken ist auch die Gesamtmitgliederzahl.

Lediglich noch etwas über 13 000 der insgesamt 33 400 Einwohner Korschenbroichs waren zuletzt bei einem Sportverein eingeschrieben - 262 weniger als 2006. Lag die Quote seinerzeit bei 39,8 Prozent der Bevölkerung, sind aktuell noch 39 Prozent der Korschenbroicher Einwohner Mitglied in einem Sportverein. "Es geht abwärts", stellte Hans-Peter Walther ohne Umschweife fest, auch wenn er nicht ausklammerte, dass Korschenbroich damit immer noch um zehn Prozent über dem Bundesdurchschnitt liege. Trübsal blasen mochte der SSV-Geschäftsführer denn auch nicht: "Vielleicht schrumpfen wir uns gesund", meinte er mit Blick auf die immerhin denkbare Bereinigung der Statistik durch Austritte ohnehin inaktiver Mitglieder. Bei aller Kritik erging sich Walther nicht in Pessimismus, insbesondere soweit es den Nachwuchs in den Vereinen angeht: "Wir sind wahrscheinlich der größte Kindergarten und das beste Jugendheim", stellte der SSV-Geschäftsführer fest.

"Zeigen wir unsere Stärken", rief Walther den Delegierten zu, wobei er nicht zuletzt an unstrittige Aktivposten wie den City-Lauf erinnerte, der am 13. April wieder überregionale Resonanz verschaffen wird. "Wir sind ein Riese - wir sollten was draus machen". schloss Hans-Peter Walther seinen "Weckruf" an die Sportvereine. Rückendeckung gab es auch von Bürgermeister Heinz Josef Dick, der vor Resignation warnte und den Stadtsportverband als "Gewerkschaft der aktiven Sportvereine in der Stadt" ansieht und für die Stadt nach wie vor erster Ansprechpartner in Sachen Sport sei.

(NGZ)
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