Aufholjagd des SC Kapellen: Rückstand machte munter

Aufholjagd des SC Kapellen : Rückstand machte munter

Von Dirk Sitterle

Von Dirk Sitterle

Die Fußballer des Verbandsligisten SC Kapellen holten beim 2:2-Unentschieden (0:0) gegen den SV Hilden-Nord einen 0:2-Rückstand auf. Richtig zufrieden war Trainer Horst Steffen trotzdem nicht. "Hier war mehr für uns drin."

Der SC Kapellen will in der Fußball-Verbandsliga partout nicht in sichere Fahrwasser gelangen. Auch gegen den SV Hilden-Nord reichte es nicht zum Sieg, am Ende musste der Aufsteiger sogar froh sein, dass er noch ein 2:2-Unentschieden (0:0) ins Ziel rettete. Richtig Fahrt nahm die Partie dabei erst im zweiten Abschnitt auf. Vor der Pause waren beide Teams vorwiegend damit beschäftigt, dem Gegner wenig Gelegenheit zur offensiven Entfaltung zu gewähren.

Ein Spielweise, die durchaus den Geschmack von SCK-Trainer Horst Steffen fand. "Wir werden in der Liga gegen die wenigsten Mannschaften fünf, sechs Tore schießen", verteidigte der Ex-Profi den zunächst zurückhaltenden Auftritt seiner Mannen. Die für die Zuschauer eher betrübliche Folge: Rasenschach auf mäßigem Unterhaltungsniveau, nur kurzzeitig erhellt durch die Hildenern Georg Müffler (23.) und Dirk Schreiber, dessen Kopfball aus kürzester Distanz SCK-Torhüter Dirk Hermes so gerade eben noch von der Linie kratzte (36.).

Für Kapellen tauchten vor dem Seitenwechsel lediglich Michael Schneider (33.) und Toni Fernandez (45.) gefährlich vor dem Hildener Gehäuse auf. Dass das Match nicht in seinen taktischen Fesseln erstickte, war vor allem Kapellener Nachlässigkeiten zu verdanken. So konnte Hildens sträflich ungedeckter Goalgetter Georg Müffler auf dem Weg zum Tor von Stefan Dresen im Strafraum nur noch mit unerlaubten Mitteln gestoppt werden, den fälligen Elfmeter verwandelte Schreiber ungerührt zum 1:0.

Ein Treffer, der seine heilsame Wirkung jedoch verfehlte, denn gerade im Spielaufbau leisteten sich die Gastgeber auch weiterhin krasse Fehlpässe und Ballverluste. Genau die richtige Mischung für einen wie Müffler. Allein auf weiter Flur tanzte er den armen Hermes aus und schob lässig zum 2:0 ein (69.). Erst jetzt legte der SCK einen Zahn zu, was Steffen einigermaßen verärgerte. "Warum geht das immer erst, wenn wir zurückliegen?" fragte er ungehalten. Die rasante Aufholjagd glückte freilich nur, weil Kapellen mit Sven Schuchardt einen absoluten Klassemann in seinen Reihen hat.

Obwohl angeschlagen - vorsichtshalber hatte sich darum auch Horst Steffen ein Trikot übergestreift -, nahm er das Ruder nun in die Hand. Seinen trockenen Schuss aus rund 18 Metern ließ Hildens Keeper Tim Nattermann abklatschen, den Rest besorgte Fernandez in Abstaubermanier (71.). Der Treffer zum 2:2 freute Steffen ganz besonders, denn nach feinem Pass von Frank Klasen stieß Sven Raddatz - wie von seinem Coach immer wieder energisch gefordert - von der linken Außenbahn dynamisch in die Spitze und überwand Tim Nattermann mit einem allerdings nicht unhaltbaren Schuss (80.).

"Sven hat heute endlich mal so gespielt, wie ich mir das vorstelle", lobte Steffen. Selbst nach der Ampelkarte für Schuchardt, der einen Freistoß zu schnell ausführte (!), hätte Kapellen gewinnen können, aber Peter Cyrys klärte gegen einen Kopfball von Schneider auf der Torlinie, Fernandez war nach klugem Querpass Trösters zu unentschlossen.

(NGZ)
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