Fußball : Rückspiel im "Aaper Wald"

Genau um 15.30 Uhr steuerte Andreas "Lumpi" Lambertz gestern seinen ebenso weißen wie eleganten Opel Insignia auf den direkt hinter der Anlage des VfR Büttgen gelegenen Parkplatz der Aldegundishalle. Eine halbe Stunde später sollte das Jubiläumsspiel zwischen dem VfR Büttgen und Fortuna Düsseldorf angepfiffen werden. Der als Kapitän in Diensten des Fußball-Bundesligisten stehende Grevenbroicher hatte indes keine besondere Eile. "Ich spiele ja nicht", sagte der 28-Jährige. Seine Autogramme waren trotzdem begehrt.

Dass die Fortuna und der VfR noch mal zusammenkommen würden, schien lange Zeit fraglich. Gleich drei Anläufe waren dazu nötig. Noch am Morgen hatte der mit der Organisation des Spektakels betraute Franz-Josef Kallen kräftig geschwitzt. Erst ein Telefonat mit dem bei Fortuna im Marketingbereich tätigen Robert Palikuca sorgte beim Präsidenten der VfR Büttgen für Erleichterung, immerhin hatte er im Vorfeld der Partie gut 5000 Euro in die Hand genommen. "Gar nicht auszudenken, wenn das schiefgegangen wäre." Umso glücklicher reagierte er auf die prächtige Kulisse auf der Hermann-Dropmann-Sportanlage: "1200 Zuschauer — das ist super!" Jürgen Steinmetz, Allgemeiner Vertreter des Landrats, witzelte jedoch: "Früher haben wir immer vor einer solchen Kulisse gespielt." Er war bis zur B-Jugend für den VfR auf Torejagd gegangen.

Gleich schlägt's ein: Fortuna-Profi Nando Rafael (9) setzt sich im Büttgener Strafraum gegen Ismail Efe (2) durch. Rund 1200 Zuschauer auf der Sportanlage an der Driescher Straße hatten ihre Freude am unterhaltsamen Kick. Foto: A. Baum

Cengiz Yavuz, Trainer der Büttgener Kicker, hätte "niemals für möglich gehalten, dass an einem Dienstagsnachmittag so viele Zuschauer kommen würden". Unter ihnen auch viele prominente Gesichter der Radsport-Abteilung des VfR Büttgen. Sechs-Tage-König Andreas Beikirch zeigte sich von den Darbietungen der Profi-Fußballer freilich nur mäßig beeindruckt. "Mehr haben nicht die drauf?", fragte er lachend. Unter Vollgas hatte sich der Sprinter ganz einfach etwas anderes vorgestellt. Sein Vorschlag zur Güte: "Wenn die Düsseldorfer eine Radsportabteilung haben, können wir ja sofort ein Rückspiel vereinbaren." — "Im Aaper Wald", fügte sein Vater Fritz Beikirch listig an. Der ist in Bilk geboren und darum der Fortuna zugetan, "seit ich denken kann". Als echter Fan mochte er sich allerdings nicht bezeichnen. "So vernarrt bin ich jetzt auch wieder nicht."

(NGZ)