Rudertalent Cecilia Sommerfeld ist NGZ-Sportlerin des Monats Februar

NGZ-Sportlerwahl des Monats: Cecilia Sommerfeld startet voll durch

Die 17-Jährige ist das nächste große Talent, das beim Neusser Ruderverein heranwächst. Die Grundlagen legte sie beim Barrenturnen.

Erst seit anderthalb Jahren ist Cecilia Sommerfeld im Rudersport aktiv und gewann in dieser Zeit schon vier Deutsche Meisterschaftstitel. Den letzten errang sie im vergangen Monat bei den Deutschen Ergometermeisterschaften in Essen-Kettwig.

Mit einem neuen Melderekord von 870 Teilnehmern aus 104 Vereinen war die Atmosphäre im „Ergotempel Nummer 1“ erstklassig. Am Vormittag standen die Vorläufe auf dem Programm und schon ein paar Stunden später traten die zehn Finalisten in ihrem jeweiligen Finalrennen gegeneinander an. „Viel Pause war da nicht zwischen,“ sagt Cecilia Sommerfeld, die im Finale der leichten A-Juniorinnen startete und den Sieg fest im Visier hatte. Vom Start weg konnte sich die Athletin des Neusser Rudervereins an die Spitze des Feldes setzen und den Sieg in 7:29,1 Minuten ungefährdet ins Ziel fahren.

Abgerundet wird der Titel nun mit der Auszeichnung NGZ-Sportlerin des Monats. „Das freut mich wirklich sehr,“ sagt die 17-jährige, „gerade weil ich noch nicht so lange dabei bin, freut es mich besonders, jetzt schon für meine Leistungen ausgezeichnet zu werden.“ Eigentlich hat Cecilia, die von allen „Cece“ genannt wird, bei der SG Kaarst in der Bezirksliga geturnt.

Ihre Schwester Louisa war schließlich diejenige, die Cecilia überredete, mal Rudern auszuprobieren. In den Sommerfeiern 2017 hat sie dann ihre Schwester zum Training begleitet und sofort Spaß daran gehabt. Kurz darauf sollte sie als Steuerfrau bei „Jugend trainiert für Olympia“ eingesetzt werden. Doch weil eine Ruderin ausfiel, rutschte sie auf deren Position und ruderte somit in Berlin ihren ersten Wettkampf. Ein Jahr lang betrieb sie anschließend beide Sportarten parallel. „Teilweise bin ich nach dem Rudertraining noch zum Turnen gegangen. Das hat alles zeitlich irgendwie geklappt, wenn man es richtig organisiert,“ sagt die Barren-Spezialistin. „Mir fiel es auch wirklich sehr schwer, mit dem  Turnen aufzuhören, da ich diese Sportart genauso liebe. Aber wegen vieler kleiner Verletzungen war dann kurz vor Weihnachten Schluss.“

Das Turnen hat der talentierten Ruderin jedoch einige Vorteile verschafft. „Durch das Turnen habe ich eine sehr gute Grundausbildung genossen und habe viel Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit bekommen,“ sagt Sommerfeld. Und auch ihr Trainer Christian Stoffels ist begeistert: „Dass jemand direkt die koordinativ anspruchsolle Sportart Rudern so schnell und so gut hinbekommt, habe ich noch nie erlebt. Was sie aus dem Leichtgewicht rauskitzelt ist Wahnsinn.“ Doch natürlich gehört neben dem Talent auch Fleiß dazu und den hat die Marienbergschülerin ebenfalls. „Cecilia ist sehr motiviert und diszipliniert,“ sagt Stoffels.

Bis zu acht Trainingseinheiten absolviert die Q1-Schülerin in der Woche. Zur Zeit sind vier Einheiten auf dem Wasser im Hafenbecken dabei, was sich aber im Frühling ändern wird. Darauf freut sie sich besonders. „Gerade bei gutem Wetter, macht es total viel Spaß auf dem Wasser und draußen zu sein.“ Täglich trainiert sie mit ihrer Partnerin Pia Renner aus Krefeld. „Wir harmonieren sehr gut und sind schon die letzte Saison zusammen gefahren, nun wollen wir es mit den Riemen probieren.“

In ihrer kurzen Karriere kann die Bio- und Latein-Leistungskurs Schülerin schon auf einige beeindruckende Erfahrungen zurückblicken Unter anderem den Deutschen Meistertitel mit dem Vierer und eine Teilnahme bei der Henry Royal Regatta in England. Doch sie hat noch große Ziele. Zunächst möchte sie sich im Frühtest weit vorne platzieren, um dann bei der DM in Brandenburg zu starten und  sich nach Möglichkeit für die Europa- und Weltmeisterschaften zu qualifizieren. Die volle Unterstützung ihrer Familie hat sie dabei. Auch ihr Vater und Bruder sind im Ruderverein aktiv. Und auch Trainer ist gespannt auf ihre Zukunft. „Mal schauen, wo sie noch so landen kann,“ sagt Christian Stoffels.

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