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Ruderer des Neusser Rudervereins hoffen auf internationale Starts

Rudern : Ruderer hoffen auf internationale Starts

Das Training läuft wieder einigermaßen normal, auch interne Testregatten standen bereits auf dem Programm. Jetzt hoffen die Top-Athletinnen und Athleten des Neusser Rudervereins, das Corona-Jahr doch noch mit internationalen Rennen abschließen zu können.

Monatelang haben die Aktiven (nicht nur) des Neusser Rudervereins auf dem Trockenen gesessen. Und das im Wortsinne, denn die Corona-Krise stoppte zunächst sämtliche Aktivitäten auf dem Wasser. Und als nach und nach, zunächst im Einer, später dann auch in den Großbooten, das Training wieder erlaubt war, fehlte immer noch das Salz in der Suppe: eine Regatta.

Das fehlt bis heute. Testregatten, wie sie der Deutsche Ruderverband am vergangenen Wochenende für einige Bootsklassen auf dem Küchensee bei Ratzeburg veranstaltete, oder Trainingsrennen wie das auf dem Elfrather See, bei dem das Neusser U23-Duo Benjamin Nelles und Johannes Neubauer unter anderem den Bundesliga-Frauenachter aus Krefeld hinter sich ließ, sind zwar ein willkommener, aber doch nur unvollständiger Ersatz.

Alexandra Höffgen Foto: Bernhard Spanke

Dennoch, sagt der beim Neusser Ruderverein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Bernhard Spanke, sei es den Trainern Christian und Peter Stoffels gelungen, „die Motivation bei ihren Spitzenruderern aufrecht zu erhalten.“ Lohn der Mühe: Sollte im Herbst tatsächlich der Wettkampfbetrieb wieder starten, dürfen sich gleich fünf Aktive des NRV Hoffnungen auf internationale Starts machen. Zwei Termine hat der Welt-Ruderverband schon mal festgezurrt: Am 5. und 6. September sollen in Duisburg die U23-Europameisterschaften ausgetragen werden, einen Monat später (9. bis 11. Oktober) im polnischen Poznan die Europameisterschaften der Aktiven. Für beide Titelkämpfe hat der NRV heiße Eisen im Feuer.

Cosima Clotten und Luise Asmussen (v.r.) Foto: Marcus Clotten

Alexandra Höffgen Als Mitglied der A-Nationalmannschaft durfte die 26-Jährige als Erste aufs Wasser. Potsdam, Stützpunkt der Disziplingruppe Frauen-Riemen, gehörte zu den ersten Orten in Deutschland, die Anfang Mai das Training in Mittel- und Großbooten erlaubten. Höffgen gehört zur Kerngruppe von Bundestrainer Tom Morris. Sein Ziel: Einen Achter und einen Zweier ohne Steuerfrau für Tokio 2021 zu qualifizieren. „Somit haben alle zwölf Athletinnen einen Platz im Team sicher, Ersatzfrau inklusive,“ sagt der Bundestrainer, der mit der Leistungsentwicklung seiner Schützlinge zufrieden ist: „Die Mädels haben die Home-Office-Zeit wirklich gut für sich genutzt. Sowohl physisch als auch mental sind alle in sehr guter Form. Das Boot läuft jetzt besser als vor Corona.“ Das soll bis zur EM im Oktober andauern – ob Alexandra Höffgen dann im Achter oder Zweier sitzt, wird sich zeigen. Im Februar hatte sie sich bei den internen Kleinboot-Ausscheidungen als schnellster Zweier durchgesetzt.

Cecilia Sommerfeld Foto: Sommerfeld

Cosima Clotten Die 20-Jährige ist durch die Verschiebung der Olympischen Spiele um ein Jahr plötzlich zu einer Olympiakandidatin geworden. Mit Luise Asmussen, mit der sie im Vorjahr Dritte der U23-WM im Leichtgewichts-Zweier wurde, strebt sie einen Start in Tokio ebenfalls im Zweier an – der einzigen Bootsklasse, die bei den Leichtgewichten olympisch ist. Für die U23-EM in Duisburg ist sie quasi „gesetzt“, ob sie tatsächlich mit Asmussen ein Gespann bildet, werden die weiteren Tests zeigen. Beim Ergometertest in Essen unterbot sie in der vergangenen Woche mit ihrer Zeit von 7:18 Minuten deutlich die für die U23-EM geforderte Norm von 7:30 Minuten.

Cecilia Sommerfeld Die 18-Jährige, im vergangenen Jahr bei den Junioren Vize-Europameisterin im Achter, peilt zusammen mit der Kölnerin Pia Otto einen Start bei der U23-EM im Leichtgewichts-Zweier ohne an.

Benjamin Nelles und Johannes Neubauer Sie waren im vergangenen Jahr als Dritte der U23-EM so etwas wie die Shootingstars in Reihen des Neusser RV. Diesen Erfolg möchten der 19 Jahre alte Nelles und sein ein Jahr älterer Bootspartner gerne wiederholen. Das Testrennen auf dem Elfrather See war schon ein guter Fingerzeig in diese Richtung, am Samstag folgt nun für die beiden ebenso wie für Cecilia Sommerfeld der Ergotest unter den Augen der Landestrainer. Auf Basis der dort erzielten Resultate wird U23-Bundestrainerin Brigitte Bielig die besten Nachwuchs-Ruderer und -ruderinnen nach Hamburg einladen, wo am 25. Juli eine Formüberprüfung im Kleinboot ansteht. Danach erfolgt die Nominierung.