Fußball : Rittmann übernimmt

Paukenschlag beim A-Ligisten SVG Weißenberg: Keine Woche vor Saisonbeginn warf Trainer Ralf Nickel aus unvorhersehbaren beruflichen Gründen in der Neusser Nordstadt das Handtuch. Der bisherige Co-Trainer Nico Rittmann wird ab sofort übernehmen und die SVG in das erste Heispiel heute Abend (19.30 Uhr) bei der DJK Novesia führen.

"Hier ging es in der letzten Woche ziemlich drunter und drüber, ich habe mich aber unter der Voraussetzung, dass alle mitziehen, zur Bereitschaft gestellt", erklärt der 30-jährige, der bisher gerade einmal vier Trainingseinheiten leitete. Die Mannschaft stehe aber hinter ihm: "Die Unterstützung ist riesig, alle kommen gerne zum Training und haben Spaß." Rittmann, nach einer komplizierten Fersenoperation fast anderthalb Jahre außer Gefecht, will als Spielertrainer auch auf dem Feld noch einmal angreifen. "Ich komme sicherlich nicht mehr an meine beste Verfassung heran, den einen oder anderen Ball kann ich aber bestimmt noch spielen", sagt der langjährige Spielmacher des SC Kapellen.

Mit Weißenberg spiele er vorerst nur um den Klassenverbleib, "doch wenn wir gut aus den Startlöchern kommen sollten, können wir das gerne nach oben korrigieren". Was möglich sein kann, bewies die SVG in der vergangenen Rückrunde, in der sie, als klarer Abstiegskandidat gestartet, 27 Punkte und Rang fünf der Halbserientabelle holte. "Das kam für mich nicht überraschend. Wenn alle Leistungsträger an Bord sind und das Klima stimmt, sind wir dazu in der Lage", findet Rittmann. Spieler wie Abwehrchef Arne Pauls, David Hilbel oder Jens Winkelmann verkörpern für ihn oberes Kreisliga-A-Niveau, generell habe die Mannschaft aber taktischen Aufholbedarf: "Ich möchte, dass die Abläufe noch besser funktionieren. Vor allem in der Defensive muss jeder auf dem Platz genau wissen, was er zu tun hat."

Damit soll die Flut von 63 Gegentoren beendet werden. Erneut auf 58 eigene Tore zu kommen dürfte hingegen schwer werden, verließ in André Speer (20) doch der beste Torjäger Weißenberg: 55 Treffer erzielte der zum Oberligisten SV Uedesheim gewechselte Angreifer in seinen ersten beiden Spielzeiten. "Ihn können wir einfach nicht eins zu eins ersetzen, da muss die Last auf mehrere Schultern verteilt werden," sagt Rittmann.Die Hoffnungen ruhen neben Michel Colmorgen und Mario Woschytzki auch auf dem aus der A-Jugend gekommenen Marius Spahn. Rittmann: "Ein schneller Mann, der aber noch viel lernen muss." Keine Neuzugänge sind hingegen Dennis Pulvers, der schon im vergangenen Halbjahr mittrainierte, und Thomas Hennessen, der aus der Reserve in die erste Mannschaft zurückkehrt.

(pas-)