Ringen : KSK Konkordia Neuss peilt die Meisterschaft an

Da darf man gespannt sein, ob den Ankündigungen auch die richtigen Taten folgen. Nachdem die Halbfinalkämpfe um die Meisterschaft in der Ringer-Oberliga NRW an der Waage entschieden und damit zur Farce wurden, kündigt der per Losentscheid zum Finalisten bestimmte KSK Konkordia Neuss mit Blick auf den 15. Dezember an: „Vorstand und Trainer haben beschlossen, mit der Bestbesetzung den Titel in der Oberliga anzupeilen.“

An jenem Samstag nämlich werden im „Final Six“ des Ringerverbandes NRW in der Schmitthalle in Bonn-Duisdorf die Meister in Ober-, Landes- und Bezirksliga ermittelt. Während die Endkämpfe in Landes- und Bezirksliga eher harmloser Natur sein dürften, hat es der in der Oberliga in sich. Denn der Ringerverband hat nach vielen Gesprächen und Abstimmungen am Wochenende noch einmal bekräftigt, dass der NRW-Meister seiner Aufstiegspflicht in die Ringer-Bundesliga nachkommen muss. Tut er das nicht, wird eine Strafe in Höhe von 5000 Euro an den Deutschen Ringerbund fällig, der die von den Vereinen heftigst geforderte (Wieder-)Einführung einer Zweiten Liga bis mindestens zur Saison 2020/21 vertagte.

Den KSK Konkordia Neuss stürzt das in ein Dilemma. Rein sportlich gesehen ist er in der Auseinandersetzung mit dem KSV Simson Landgraaf (der im Übrigen als niederländischer Gast im deutschen Unterhaus sowieso nicht in die Bundesliga aufsteigen darf) haushoher Favorit. Die beiden Ligen-Kämpfe haben die Neusser mit 22:14 und 32:15 für sich entschieden – verlieren geht da wohl erneut nur an der Waage. Auf der anderen Seite wird der Neusser Ehrenpräsident Hermann J. Kahlenberg, ohne den (immer noch) nichts geht beim ehemaligen Erstligisten, nicht müde, zu versichern: „Ein Aufstieg in die Bundesliga kommt für das junge Neusser Team viel zu früh.“ Ob freilich ein Sponsor oder Gönner bereit ist, 5000 Euro für die bei einem Verzicht fällige Verbandsstrafe hinzublättern, ist fraglich.

Wie fragwürdig die „Ligenreform“ des Ringerverbandes ist, zeigen auch die anderen Kämpfe. Weil die Zweitvertretung des KSK und der RV Kelmis nach Hin- und Rückkampf punktgleich waren, musste die höhere Zahl der Schultersiege über Platz fünf in der Landesliga entscheiden. Hier hatte Kelmis die Nase vorn.

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