Ringen : Neusser Ringer gehen als Tabellenführer in die Play-off-Premiere

Erstmals kürt der NRW-Verband seine Meister in einer Play-off-Runde. Angesichts der Überlegenheit des KSK Konkordia verspricht sie wenig Spannung.

Es ist eine Premiere: Zum ersten Mal ermittelt der Ringerverband NRW seine Meister in Ober- und Landesliga in einer Play-off-Runde. Ob dabei Spannung aufkommt, darf zumindest in der Oberliga angesichts der Überlegenheit des KSK Konkordia Neuss bezweifelt werden.

Denn der frühere Bundesligist pflügt mit seinem Talentschuppen fast nach Bellieben durch die Reihen der Konkurrenz. Zwei Kampftage vor Ende der Hauptrunde – am Samstag erwarten die Neusser den AC Köln-Mülheim in heimischer Halle, am 2. November sind sie beim TV Aachen-Walheim zu Gast – ist der Spitzenreiter immer noch ungeschlagen. Kümmerliche 61 Kampfpunkte haben die Gegner dem KSK bisher abknöpfen können in den acht Duellen, das sind gerade mal 7,6 im Schnitt. Zum Vergleich: Der Tabellenzweite KSV Simson Landgraaf hat bereits 105 Miese auf seinem Konto.

Dabei sind sie der einzige Kontrahent, der den Neusser bislang halbwegs Widerstand entgegensetzte, denn 25 der 61 Minuszähler stammen aus den beiden Duellen mit den Niederländern. Im Rückkampf am Samstagabend lagen sie sogar mit 13:12 in Führung, hatten dabei freilich auch davon profitiert, dass die Gäste die Gewichtsklasse bis 130 Kilogramm unbesetzt ließen und damit fünf Mannschaftspunkte kampflos quittierten.

Dann wendeten Deni Nakaev und Lom-Ali Eskijev in den beiden Auseinandersetzungen der Klasse bis 75 Kilogramm das Blatt. Der eine  landete im griechisch-römischen Stil einen technisch überlegenen Punktsieg (17:1) über Zapir Yousoupov, der andere schulterte im Freistil Charlie Bowling schon nach 73 Sekunden.

Einen noch deutlicheren Sieg für den Tabellenführer vergab Arslanbek Salimov, der in der Klasse bis 61 Kilogramm (Freistil) gegen Adam Al Kandoussi mit 11:0 in Führung lag, ehe er auf Schultern verlor. Ihn hatten die Neusser ebenso wie seinen Bruder Mairbek Salimov (technisch überlegener Punktsieger in der Klasse bis 51 Kilogramm über Milad Khazay) überraschend einfliegen lassen. Denn nach dem Gewinn der Deutschen Jugend-Mannschaftsmeistertitels im vergangenen Jahr waren die beiden mit ihren Eltern nach Polen ausgewandert, hatten den Kontakt zum KSK aber nie abreißen lassen.

Außer Salimov verloren Julian Lejkin (98 kg 0:2 gegen Moein Mohseni) und Ayub Musaev auf der Matte, der in der Klasse bis 71 Kilogramm mit dem 0:1 gegen George Ramm seine erste Niederlage hinnehmen musste. Die übrigen Zähler zum Sieg holten Mohammad Minderikvand (66 kg, 2:0 über Alex Paulanyi), Olimjon Kholikov (80 kg, 4:0 über Jeffrey Hansen) und Mikalai Savenka (86 kg, 2:0 über Mojtaba Farahani).

Die Teilnahme an den Play-offs, die am 9. November starten, ist den Neussern damit nicht mehr zu nehmen. Als Tabellenführer kämpfen sie zunächst gegen den Tabellenvierten (entweder Walheim oder Germania Krefeld), dann gegen den Dritten (Mülheim oder Landgraaf) und am Ende gegen den Zweitplatzierten, und das jeweils in Hin- und Rückkampf.

Ein echter Play-off-Modus ist das nicht, eher eine Verlängerung der Hauptrunde, zumal die bereits erzielten Punkte gegen die direkten Konkurrenten mitgenommen werden. Gewinnt der KSK auch noch gegen Mülheim und Walheim, benötigt er nur noch zwei Siege aus den sechs Play-off-Kämpfen, um das Finale am 21. Dezember gegen den Westfalenmeister zu erreichen. Spannung sieht irgendwie anders aus.