Ringen: Ringen: Lokalkampf weckt Erinnerungen

Ringen : Ringen: Lokalkampf weckt Erinnerungen

Fast ein Vierteljahrhundert ist es her, dass sich KSK Konkordia Neuss und AC Ückerath auf Augenhöhe begegneten – 1988/89 in der Zweiten Bundesliga. Heute Abend (20 Uhr Turnhalle Realschule Frankenstraße) stehen sich die einzigen beiden Ringerklubs aus dem Rhein-Kreis erneut gegenüber – zwei Klassen tiefer in der Verbandsliga.

Dass sich die Wege der einstigen Erzrivalen noch einmal kreuzen würden, schien lange Zeit undenkbar. Ückerath stieg 1989 aus der Zweiten Liga ab und kämpfte seither nie höher als in der Oberliga. Vor zwei Jahren ließen sich die Dormagener sogar freiwillig in die Landesliga zurückstufen, schafften aber den direkten Durchmarsch bis zur Verbandsliga. Neuss verbrachte zuletzt elf Jahre in der Ersten Liga – bis zum freiwilligen Rückzug und dem Neustart in der Verbandsliga in diesem Jahr. Weshalb es heute Abend zum ersten Duell seit fast 24 Jahren kommt. Zu einem "auf Augenhöhe", wie Hermann J. Kahlenberg sagt: "Das wird eine ganz offene Angelegenheit mit knappem Ausgang." Für wen, da möchte sich der Noch-Präsident des gastgebenden Kraftsportklubs nicht festlegen: "Ich habe schon vor Saisonbeginn gesagt, dass Mülheim-Styrum und Ückerath für mich die Favoriten in der Liga sind." Stimmt diese Einschätzung, dann dürften die Ückerather den Titel schon so gut wie sicher haben, schließlich setzten sie sich zum Saisonauftakt mit 21:18 in Mülheim durch.

Auch den Heimkampf gegen TuS Bönen gestaltete der ACÜ erfolgreich: Alexander Felker, Tim Kalek, Patrick Schendzielorz, Giancarlo La Greca, Alexander Kamke, Patrick La Greca, Rene Sterzik und Kadir Kurt holten die Punkte für die Schützlinge des Trainergespanns Alexander Kamke und Kadir Kurt, die es sich sogar leisten konnten, die Gewichtsklasse bis 120 Kilogramm unbesetzt zu lassen. "Natürlich hätten wir nichts dagegen, unsere Serie fortzusetzen", sagt ACÜ-Vorsitzender Detlev Zenk, "aber vor Neuss haben wir Respekt." Allein schon deshalb, weil beim KSK in Mimoun Touba, Mahmut Cavusoglu, Sergej Lupin, Anatolyi und Michael Efremov fünf Ringer im Aufgebot stehen, die schon Erstliga-Luft schnupperten. Allerdings ist der Einsatz von "Altmeister" Erich Marjalke (43), der sich beim 22:15-Sieg über den KSV Kirchlinde an der Schulter verletzte, höchst fraglich.

So oder so, Kahlenberg rechnet mit "bestimmt 150 Zuschauern, wenn nicht mehr." Da hat es schon Bundesliga-Kämpfe mit kleinerer Kulisse gegeben beim KSK Konkordia. Die letzten beiden Lokalduelle gewann übrigens Neuss: am 28. Oktober 1988 in Ückerath mit 24:15, am 13. Januar 1989 an der Frankenstraße mit 28:11.

(NGZ)
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