Ringen KSK hofft auf „das Wunder von Mainz“

Neuss · Im Duell mit dem favorisierten dreimaligen Meister ASV Mainz 88 hätte Ringer-Bundesligist Konkordia Neuss wohl nur eine Chance, wenn die Gastgeber nicht in Bestbesetzung antreten würden. Dabei wäre ein Sieg so dringend nötig.

 Durchgedreht: Aaron Bellscheidt (unten) ist gesundheitlich angeschlagen, muss für den Bundesligisten KSK Konkordia Neuss aber in Mainz auf jeden Fall ran.

Durchgedreht: Aaron Bellscheidt (unten) ist gesundheitlich angeschlagen, muss für den Bundesligisten KSK Konkordia Neuss aber in Mainz auf jeden Fall ran.

Foto: Andreas Woitschützke

In einer idealen (Sport-)Welt hätte der Aufsteiger von 2019 nicht nur beim Schlusslicht RC CWS Düren Merken (18:14), sondern auch gegen Nackenheim (14:16), Witten (11:12) und die Wrestling Tigers Rhein-Nahe (15:15) gewonnen. Mit dann acht Punkten auf dem Konto lägen die Neusser hinter den überragenden Red Devils Heilbronn auf dem zweiten Tabellenplatz und bräuchten sich so gut wie keine Sorgen mehr um den Klassenverbleib zu machen. In der realen (Sport-)Welt fühlt sich jedoch nicht nur ihr Sportlicher Leiter Fatih Cinar „vom Pech verfolgt“, so dass der Vorletzte (3:7 Punkte) schon vor dem letzten Hinrunden-Kampftag der Ringer-Bundesliga West auf „ein Wunder hoch zehn“ angewiesen ist.

Das gilt zum einen für das Duell am Samstag (19.30 Uhr, Sporthalle „Am Großen Sand“ in Mombach) mit Gastgeber ASV Mainz 88, zum anderen aber auch für die Aussichten, den zur Rettung erforderlichen vierten Rang noch zu erreichen. Den belegen aktuell zwar die nur einen Punkt besseren Mainzer, doch als direkten Konkurrenten sieht Cinar den KSV Witten an. Und für den Lokalrivalen spricht nicht nur das bessere Punktekonto (8:2), sondern auch das unberechenbare „Schlachtenglück“: Beim unverhofften 15:13-Sieg über Mainz profitierte der Ex-Meister davon, dass ein Gästeringer beim Wiegen 100 Gramm zu viel auf die Waage gebracht hatte, beim 12:11-Erfolg in Neuss half ihnen der Kampfrichter mit schlimmen Fehlentscheidungen.

Das setzt den KSK nun unter Druck, im Grunde müsste schon in Mainz Zählbares her. Das ist allerdings nur dann realistisch, wenn die Hausherren, die sich an guten Tagen auf einem Niveau mit dem Titelkandidaten Red Devils Heilbronn bewegen, nicht mit voller Kapelle antreten. Dass der Gegner, der Weltklasseringer wie den Türken Burhan Akbudak, Anfang des Monats in Oslo Vizeweltmeister geworden, oder den Russen Timur Bizhoev (Rang drei in Oslo) beschäftigt, den Neussern diesen Gefallen tun wird, damit rechnet der desillusioniert wirkende und zudem gesundheitlich angeschlagene Cinar aber nicht. „Gegen Neuss stellt irgendwie jeder Gegner stark.“

Darüber hinaus haben die für ihre überragende Nachwuchsarbeit geschätzten Neusser eigene Probleme: Obwohl Cinar eigentlich ins Bett gehört, muss er am Samstag mit nach Mainz, denn alle drei Trainer stehen nicht zur Verfügung: Oleg Dubov plagen nagende Rückenschmerzen, Erich Marjalke tritt in der Oberliga mit der Zweitvertretung beim TV Essen-Dellwig an und Max Schwindt ist in seinem Job als Trainer der Vollkontakt-Kampfsportart MMA (Mixed Martial Arts) unabkömmlich. Zu seinen in Düsseldorf trainierenden Schützlingen gehört auch der für den KSK in der Gewichtsklasse bis 75 Kilogramm eingesetzte Lom-Ali Eskijev. Fehlen werden zudem der vor der U23-WM vom ungarischen Verband für die Bundesliga gesperrte Dariusz Vitek (130 kg) und der Italiener Salvatore Diana (80 kg). Aaron Bellscheidt (71 kg) ist nicht richtig fit, soll aber auf jeden Fall ran.

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