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Ringen: KSK Konkordia Neuss verliert gegen RC Dürken-Merken mit 15:17

Ringen : KSK ist einfach zu grün für die Erste Liga

Auch das Kellerduell vor heimischem Publikum mit dem RC CWS Düren-Merken geht für die Ringer des KSK Konkordia Neuss mit 15:17 verloren; die schon vierte Niederlage mit zwei oder weniger Punkten Differenz in dieser für den Aufsteiger von 2019 so unglücklichen Bundesliga-Saison.

Zur Halbzeitpause und dem Zwischenstand von 7:7 waren sich die Experten einig: „Dieser Kampf ist gewonnen“, stellte Hermann J. Kahlenberg, Ehrenvorsitzender des Kraftsportklubs von 1924, gelassen fest. Und auch für den in Merken aktuell als Geschäftsführer tätigen Heiko Anderson war ziemlich klar: „Da ist für uns nichts mehr drin.“ Dass am Ende trotzdem die Gäste jubelten, unterstrich noch mal dick, wo das Problem der Neusser Ringer in dieser Saison liegt: Dem KSK mangelt es sowohl auf als auch abseits der Matte an Übersicht und Cleverness – das hatte ihm schon gegen Witten (11:12), die Wrestling Tigers (15:15) sowie gleich zweimal gegen Nackenheim (14:16, 15:16) die für den Klassenverbleib nötigen Siege gekostet.

Der Knackpunkt gegen Merken: Im achten der zehn Kämpfe – das Neusser Trumpf-Ass Ayub Musaev hatte in der Gewichtsklasse bis 71 Kilogramm mit seinem Aufgabesieg gegen den überforderten Eduard Kosmann gerade zum 11:11 ausgeglichen – ließ sich Deni Nakaev (19), an diesem Abend eines von acht Eigengewächsen im blutjungen Team der Gastgeber (Durchschnittsalter 19,9), vom wesentlich erfahreneren Antonio Kamenjasevic klassisch den Schneid abkaufen. Der Kroate, Dritter der EM 2021 in Polen, blockte alle Angriffsversuche Nakaevs mit stoischer Gelassenheit ab – und schlug dann eiskalt zu, verwandelte den 0:1-Rückstand nach drei Minuten in einen 7:1-Vorsprung. „Jetzt haben wir verloren“, unkte Kahlenberg mit Blick auf den 11:13-Rückstand im Gesamtergebnis.

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Und diesmal sollte er recht behalten. Zwar brachte Aaron Bellscheidt (75 kg) die Hausherren mit seinem Schultersieg nach nur 1:25 Minute über Viktor Kraus noch mal mit 15:13 in Führung. Doch im letzten Kampf war der im Freistil für Lom-Ali Eskijev (steckt voll in den Vorbereitungen für sein Duell im Mixed Martial Arts am 18. Dezember vor knapp 18.000 Zuschauern im polnischen Gliwice mit Damian Stasiak) eingesprungene Iwan Tagner (75 kg) erwartungsgemäß ohne Chance, unterlag Muhammed Yildirim in nur 34 Sekunden mit 0:16 (Technische Überlegenheit).

Nakaev die Schuld an der Niederlage zu geben, kam dem Sportlichen Leiter Fatih Cinar aber nicht in den Sinn. Stattdessen haderte er mit sich. „Ich hätte mutiger aufstellen sollen“, räumte er ein. In 86 Kilogramm wäre der zuvor in der Oberliga-Vertretung gegen Dellbrück eingesetzte Ibrahim Mavua Kazai wohl die bessere Wahl gewesen. Doch er entschied sich gegen den Bundesliga-Debütanten und für Adam Bachor. Der gab gegen Schaman Kasumov mit der 0:15-Niederlage ein „Vier“ ab. Höchst ärgerlich war außerdem die 10:11-Pleite von Ahmed Aruhanov (57 kg) gegen Arthur Eisenkrein, hatte der Neusser doch einen 0:5-Rückstand in eine 10:5-Führung verwandelt und die erst in den letzten Sekunden des Kampfes hergeschenkt.

Es gab jedoch auch Lichtblicke: So bewies der kleine Italiener Simone Piroddu (61 kg) mit dem überzeugenden 11:2-Erfolg über Purya Jamali-Esmaeili-Kandi sein Potenzial zum Publikumsliebling. Arslanbek Salimov (66 kg) feierte nach packenden sechs Minuten gegen den starken Ahmet Uyar praktisch mit dem Schlussgong einen freilich umstrittenen Schultersieg.