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Ringen: KSK Konkordia Neuss ist auf „Mission Wiederaufstieg“

Ringen : KSK ist auf „Mission Wiederaufstieg“

Mit dem Kampf am Sonntag in Riegelsberg starten die Ringer des KSK Konkordia Neuss in eine Saison, an deren Ende die Rückkehr ins Oberhaus stehen soll. Die nötige Erfahrung bringt Freistil-Weltmeister Magomedmurad Gadzhiev mit. 

Riegelsberg ist eine kleine, südlich von Saarbrücken gelegene Gemeinde mit knapp 15.000 Einwohnern. Hier fanden Ende Mai die Deutschen Meisterschaften der Frauen und Männer im Freistil statt und hier möchte der KSK Konkordia Neuss gerne den ersten Schritt auf dem langen Weg zurück in die Erstklassigkeit tun.

Dort war in der vergangenen Saison auch noch der KV 03 Riegelsberg zu Hause, ehe es für den Tabellenvorletzten gemeinsam mit  dem AC Heusweiler und dem ASV Hüttigweiler zurück in die neuaufgelegte Zweite Bundesliga Nord ging. Die würde der KSK gerne lieber heute als morgen verlassen, kann sich am Sonntag (15 Uhr) in der kleinen Köllertalhalle also – bei allem gebotenen Respekt vor den streitbaren Saarländern – keinen Ausrutscher leisten. So sieht das auch der Sportliche Leiter Fatih Cinar. „Diesen Sieg müssen wir holen, ganz klar.“ Doch seine Zeit als Lautsprecher ist vorbei. „Ja, wir haben eine gute Mannschaft“, sagt er zwar, aber diese Power, so die Lehre aus der vollkommen verkorksten Comeback-Saison im Oberhaus, muss auch tatsächlich rauf auf die Matte. Ein U23-Europameister wie der Ungar Dariusz Vitek im Kader bringt gar nichts, wenn ihn sein Verband nicht freigibt.

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Das soll und darf sich nicht wiederholen: Den im freien Stil für die Gewichtsklasse bis 80 und 85 Kilogramm vorgesehenen Magomedmurad Gadzhiev hat Cinar unter der Woche gleich mal persönlich vom Dortmunder Flughafen abgeholt. Der Ringer aus Dagestan, 2021 in Oslo für Polen Weltmeister geworden, ist mit Frau und Tochter an den Rhein gekommen. Und weil 75-Kilo-Mann Lom-Ali Eskiev seine Profikarriere im Vollkontakt-Kampfsport Mixed Martial Arts (MMA) mit aller Macht vorantreibt, hat Cinar, dem nun in Ralf Bellscheidt eine im Verein für das Ressort Leistungssport zuständige Fachkraft zur Seite steht, Ersatz beschafft. Der Moldawier Vasile Diacon soll als eine Art Rettungsanker fungieren. Wohl erst mal nichts zu machen ist beim Freistilspezialisten Furkan Ali Yildiz (57 und 61 Kilogramm), der in der Türkei festsitzt.

Auch darum ist es gut, dass die Neusser auf Qualität aus eigener Produktion zählen können: U20-Weltmeister Deni Nakaev ist ebenso eine sichere Bank wie die in den vergangenen Monaten ebenfalls international geforderten Brüder Samuel und Aaron Bellscheidt sowie Ayub Musaev. Ums Training kümmert sich weiterhin eine extrem erfahrene Crew: Den Freistilbereich decken Erich Marjalke und Fatih Cinar ab, in der griechisch-römischen Stilart sind Oleg Dubov und Max Schwindt anerkannte Experten.

Bleibt die Frage, wer den Neussern eins der zwei zur Verfügung stehenden Tickets für die 1. Liga streitig machen kann? Cinar hat da vor allem Erstliga-Absteiger ASV Hüttigweiler auf dem Schirm, aufpassen müsse man auch auf den RV Lübtheen aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Immer gefährlich sei auch Mitabsteiger RC CWS Düren-Merken. Von ganz besonderem Reiz dürften die Duelle mit dem TV Essen-Dellwig sein. In der Oberliga hatte sich die Zweitvertretung des KSK hochemotionale Auseinandersetzungen mit dem Klub aus der Ruhrgebietsmetropole geliefert. Am letzten Kampftag hätten die Neusser ihrem Kontrahenten sogar fast noch in die schon angerichtete (Aufstiegs-) Suppe gespuckt.

Wer Deni Nakaev, Samuel Bellscheidt & Co. live sehen will, muss sich allerdings noch etwas gedulden. Von seinen ersten vier Kämpfen trägt der Verein aus der Nordstadt drei auswärts aus. Nach Auftritten in Riegelsberg und Heusweiler bestreitet die Konkordia ihr Saisonheimdebüt in der Stadionhalle erst am „Tag der Deutschen Einheit“ (3. Oktober) gegen den ASV Hüttigweiler.