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Ringen: KSK Konkordia Neuss fühlt sich vom Glück komplett verlassen

Ringen : KSK fühlt sich vom Glück verlassen

Beim zu mageren 15:15-Unentschieden im packenden Heimkampf der Bundesliga West gegen die Wrestling Tigers Rhein-Nahe hadern die Ringer des KSK Konkordia Neuss mit sich, ihrem Schicksal und Kampfrichter Karsten Jahncke.

Auf dieses Déjà-vu-Erlebnis hätten die Bundesliga-Ringer des KSK Konkordia Neuss gerne verzichtet. Zwar reichte es im für das Erreichen der Play-offs und damit des Klassenverbleibs so wichtigen Duell mit den punktgleichen Wrestling Tigers Rhein-Nahe am Ende immerhin noch zu einem 15:15-Unentschieden, doch wie schon bei den bitteren, ja sogar extrem ärgerlichen Heimniederlagen gegen Nackenheim (14:16) und Witten (11:12) wäre für den Aufsteiger von 2019 so viel mehr drin gewesen.

Denn die Joker stachen: In der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm schickte Ayub Musaev den armen Alexandru Chirtoaca mit einer explosionsartigen Attacke nach 4:52 Minuten von der Matte, Aaron Bellscheidt (71 kg) benötigte gegen Jason Partenheimer gar nur 2:47 Minuten für seinen technisch überlegenen Punktsieg und auch Adlan Tasuev (98 kg) machten zu Beginn der zweiten drei Minuten kurzen Prozess mit Wassil Ivanov. Ihre zwölf Punkte, dazu die erfreulich knappe Niederlage (2:8) von Timo Schaffrinna (61 kg) gegen Marvin Scherer, standen den eingeplanten Nullnummern von Ahmed Aruhanov (2:16), Iwan Tagner (4:19) und Riccardo Vito Abbrescia – der Italiener war in der Klasse bis 80 Kilogramm als absoluter Griechisch-Römisch-Spezialist für seinen daheimgebliebenen Landsmann Salvatore Diana im Freistil eingesprungen und nach einer 2:0-Führung in die Beinschraube von Davit Tlashadze geraten (2:18) – entgegen.

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Das hätte zum so dringend benötigen Sieg gereicht, wenn ansonsten alles glatt für den KSK gegangen wäre. Tat es aber (natürlich) nicht. Denn neben Diana, dessen Absage „wegen psychischer Probleme“ der Sportliche Leiter Fatih Cinar nur ganz schwer nachzuvollziehen vermochte, blieb auch der vom ungarischen Verband für die U23-Weltmeisterschaften nominierte Dariusz Vitek zu Hause. Im Schwergewicht musste daher wieder Julian Lejkin ran. Das junge Eigengewächs schlug sich indes wacker, unterlag dem etwas mehr als 30 Kilogramm schwereren mehrfachen Deutschen Meister Ralf Böhringer nur mit 1:2. Nicht wirklich clever stellte sich dagegen Dimitrios Demurtzidis (86 kg) an: Der Georgier mit griechischem Pass sollte gegen Alexander Mayer eigentlich voll punkten, hätte sich aber in der Schlussphase auch mit einer 10:0-Führung zufrieden geben müssen. Dafür hätte er wertvolle drei Punkte fürs Mannschaftsergebnis eingestrichen. Stattdessen griff er weiter an und lief fünf Sekunden vor Schluss in einen Konter, gewann zwar noch mit 10:3, holte damit aber lediglich zwei Zähler, was dem KSK am Ende den Sieg kostete.

Selbst dieses Missgeschick hätten die Neusser, die mit einem Durchschnittsalter von 21,7 Jahren deutlich junger waren als die von Karl-Heinz Helbing (Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal) trainierten Gäste (27,8 Jahre), wegstecken können. Denn im letzten Kampf setzten sie bei einem 14:15-Rückstand auf Samuel Bellscheidt, dem Cinar in der Klasse bis 75 Kilogramm sogar eine „Vier“ zugetraut hatte.

Doch sein Kontrahent Vasile Taran überraschte die Hausherren, ging nach der Pause mit 8:4 in Führung. Dabei soll er, schwor Bellscheidt hinterher, den Neusser allerdings mit einem in der griechisch-römischen Stilart verbotenen Griff unterhalb der Gürtellinie (Beinarbeit) aus dem Gleichgewicht gebracht haben. Kampfrichter Karsten Jahncke aus Hamburg ließ die Aktion aber durchgehen. Dass Bellscheidt trotzdem noch mit 10:8 gewann, vermochte den KSK-Ehrenvorsitzenden Hermann J. Kahlenberg nicht zu besänftigen. „Das ist sehr ärgerlich. Dabei mache ich den Jungs keinen Vorwurf.“ Auch Cinar war restlos bedient: „Mir fehlen die Worte.“