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Ringen: KSK Konkordia Neuss fühlt sich um Sieg im West-Derby geprellt

Ringen : KSK fühlt sich um Sieg im Derby geprellt

Zwei höchst umstrittene Entscheidungen des Kampfrichters machen den Unterschied bei der mehr als unglücklichen 11:12-Niederlage des KSK Konkordia Neuss im Westduell der Ringer-Bundesliga vor 350 Zuschauern gegen KSV Witten.

Zur an Geschichten reichen Rivalität zwischen dem KSK Konkordia Neuss und dem KSV Witten in der Ringer-Bundesliga ist am Samstag in der mit rund 350 Zuschauern gut gefüllten Stadionhalle ein weiteres Kapitel hinzugekommen. Kein schönes aus Sicht der Gastgeber, die vor allem Kampfrichter Daniel Keim aus Bönen (Kreis Unna) für die mehr als unglückliche 11:12-Niederlage im für den weiteren Saisonverlauf so ungemein wichtigen West-Derby verantwortlich machten.

Der Zorn des Aufsteigers von 2019 ließ sich an zwei Szenen festmachen: Im Schwergewicht (bis 130 kg) hatte der für Neuss tätige Ungar Dariusz Vitek den Wittener Kasim-Mehmet Aras bei einer 5:1-Führung in eine ausweglose Lage gebracht. Für Fatih Cinar, Sportlicher Leiter des KSK, war der Fall genauso klar wie für die beiden Trainer Max Schwindt und Erich Marjalke und den stets besonnenen Ehrenvorsitzenden Hermann J. Kahlenberg: „Touch! Er hatte ihn auf beiden Schultern!“ Doch Keim sah das anders, klopfte nicht ab und rettete die Gäste damit, denn für einen Schultersieg hätte es vier Punkte gegeben. So wurden es nur zwei.

 Dariusz Vitek hat den Witterner Kasim-Mehmet Aras aufs Kreuz gelegt. Doch für Kampfrichter Daniel Keim (l.) ist das nicht genug, um abzuklopfen.
Dariusz Vitek hat den Witterner Kasim-Mehmet Aras aufs Kreuz gelegt. Doch für Kampfrichter Daniel Keim (l.) ist das nicht genug, um abzuklopfen. Foto: Kahlenberg
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Endgültig um den allemal verdienten Lohn für ihre aufopferungsvolle Arbeit geprellt fühlten sich die Konkorden im achten Kampf: In einem bis dahin herzlichst ereignislosen Duell der Gewichtsklasse bis 80 Kilogramm hieß es kurz vor Schluss 1:1, als der Neusser Rashidkhan Khiziriev, der diesen Vergleich aufgrund der letzten Wertung gewonnen hätte, seinen Gegner Dumitru Tulbea aus dem Ringer drückte. Doch den fälligen Punkt vergab Keim an den Wittener. „Ich hab’s genau gesehen, der Neusser war zuerst draußen“, begründete er hinterher. Eine Meinung, die der gute Mann allerdings exklusiv hatte. Darum stellte Schwindt enttäuscht fest: „Wir wollen ja nichts geschenkt haben. Gerade bei solch engen Kämpfen kannst du dir keine Fehler erlauben.“

Und doch: Trotz des, gelinde ausgedrückt, kritikwürdigen Auftritts des Kampfrichters hätte die Sache für den KSK auch anders laufen können: So lag Timo Schaffrinna (61 kg) gegen Calvin Stiller vorne, unterlag aber auf den letzten Drücker noch mit 1:2, kratzte der Weißrusse Adlan Tasuev (98 kg) gegen Ufuk Canli angesichts einer 14:0-Führung 37 Sekunden vor dem Schlussgong an einem mit vier Zählern belohnten technisch überlegenen Punktsieg. Auch der mit einer äußerst schmerzhaften Schwellung am Fußspann angetretene Lom-Ali Eskiev (75 kg) hätte im vorletzten Kampf gegen den mit Blick auf den Sechs-Punkte-Vorsprung im Gesamtergebnis (12:6) ausschließlich im „Rückwärtsgang“ ringenden Gregor Eigenbrodt höher als 3:0 gewonnen können.

Selbst der 8:12-Rückstand vor der zehnten und abschließenden Auseinandersetzung in der Gewichtsklasse bis 75 Kilogramm (griechisch-römischer Stil) wäre für Neuss noch aufzuholen gewesen. Iwan Tagner arbeitete mit Macht an den nötigen vier Punkten, führte gegen Noah Englich zwischenzeitlich mit 11:1 (Endstand 11:3) und schlich am Ende wie ein begossener Pudel aus der Halle, entschuldigte sich sogar noch bei Fatih Cinar. „Tut mir leid, dass ich nur drei Punkte geholt habe.“ Vorwürfe gab es natürlich keine, auch nicht von seinem in dieser Klasse normalerweise eingesetzten, aber gesundheitlich angeschlagenen Teamkollegen Samuel Bellscheidt: „Wenn du unbedingt vier Punkte brauchst, ist es gegen jeden Gegner schwer.“

Obwohl die Neusser nach drei Liga-Kämpfen sieglos am Tabellenende der Westgruppe stehen, hat Cinar den nur zwei Punkte entfernten Play-off-Platz vier weiterhin trotzig im Visier. „Noch ist gar nichts verloren.“ Am 16. Oktober geht’s zum RC CWS Düren Merken (2:4 Punkte).