Verband besetzt seine nationalen Kader Ringen ist weiterhin eine große Nummer im Rhein-Kreis

Neuss · Gleich acht Kraftsportler des KSK Konkordia Neuss stehen in den unterschiedlichen Kadern des Deutschen Ringer-Bundes – mehr waren es nie zuvor. Auch die Frauen des AC Ückerath sind auf nationaler Ebene prominent vertreten.

Deni Nakaev (rotes Trikot), hier beim Sieg im Finale der Deutsche Junioren-Meisterschaften über seinen Vereinskollegen Iwan Tagner, steht im Perspektivkader des Deutschen Ringer-Bundes.

Deni Nakaev (rotes Trikot), hier beim Sieg im Finale der Deutsche Junioren-Meisterschaften über seinen Vereinskollegen Iwan Tagner, steht im Perspektivkader des Deutschen Ringer-Bundes.

Foto: Agnes Werhahn

Bei den U17-Weltmeisterschaften im türkischen Istanbul sorgte am Dienstag Ivan Seibel mit dem Einzug in den Kampf um Bronze für Furore. Mit 15 Jahren mischt der Ringer des KSK Konkordia Neuss schon seit Wochen die zum Teil zwei Jahre ältere Konkurrenz nach Herzenslust auf, der letzte Coup des dreimaligen deutschen Meisters war bis zur WM Platz fünf bei den Anfang Juni in Albanien ausgetragenen Europameisterschaften.

Damit kam Nachwuchs-Bundestrainer Maik Bullmann bei der Besetzung der in der Verantwortung des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) liegenden Kader an dem in Neuss von Oleg Dubov trainierten Youngster natürlich nicht vorbei. Der Griechisch-Römisch-Spezialist für die Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm fand ganz aktuell Aufnahme in den Nachwuchskader 2 des DRB. Dort stehen Kadetten bis 17 Jahre mit „besonderen Entwicklungsperspektiven“ im Fokus. Schon zwei Schritte weiter ist Seibels Vereinskollege Deni Nakaev. Der seit Freitag 21 Jahre alte U20-Weltmeister von 2022 gehört wie der zurzeit verletzte Samuel Bellscheidt (Neuss) dem Perspektivkader an – darüber kommt als höchste Stufe nur noch der Olympiakader.

Josefine Widmann (l.) vom AC Ückerath fand Aufnahme in den Nachwuchskader 2 des DRB.

Josefine Widmann (l.) vom AC Ückerath fand Aufnahme in den Nachwuchskader 2 des DRB.

Foto: ACÜ

In dem befindet sich als aktuell einziger im klassischen Stil antretender Ringer Roland Schwarz. Der in Moskau geborene EM-Dritte von 2023 hofft wie der aus Tschetschenien stammenden Idris Ibaev (beide Wacker Burghausen) und Nakaev aufs Ticket für die Olympischen Spiele 2024 in Paris. Zum Showdown könnte es beim mit 154 Ringern aus 20 Nationen besetzten „38. Grand Prix of Germany“ in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle (12./13. August) kommen. Wer sich dort zu behaupten weiß, dürfte Deutschland bei den wegen des Ukraine-Krieges vom russischen Krasnojarsk ins serbische Belgrad verlegten Weltmeisterschaften der Männer (16. bis 24. September) in der ungemein stark besetzten Gewichtsklasse bis 77 Kilogramm vertreten. Dort würde dem DRB ein Platz unter den Top 5 die Teilnahme am Olympia-Turnier sichern.

Eine erste Duftmarke hatte Nakaev zuletzt beim internationalen Turnier in Polen gesetzt, in dessen Verlauf er Ibaev überraschend deutlich mit 5:1 schlagen konnte. Knapp mit 3:4 beugen musste es sich nur dem Ukrainer Andrii Kulyk, WM-Dritter 2022. Grund stolz auf die in den vergangenen Jahren im Ringertrainingszentrum des KSK am Nordbad geleistete Arbeit hat Ehrenvorsitzender Hermann J. Kahlenberg aber schon jetzt. Denn in den DRB-Kaderlisten sind neben Seibel, Nakaev und Samuel Bellscheidt in Kiril Kildau (ringt in der Bundesliga für den KSV Witten), Aaron Bellscheidt, Calvin Stiller, Iwan Tagner (hat sich dem Zweitligisten KV Riegelsberg angeschlossen, bleibt aber Vereinsmitglied des KSK) und Andrej Malchun noch fünf weitere Jungs der Konkordia zu finden. „So viele hatten wir noch nie“, sagt Kahlenberg, „das Höchste waren mal fünf.“

Selbstverständlich bestückt auch der AC Ückerath mit seinen am Ringerzentrum Dormagen in Nievenheim ausgebildeten Athletinnen die nationalen Kader. Nina Hemmer, im Januar 30 geworden, holte bei den Kadettinnen bereits 2009 EM-Silber in der Gewichtsklasse bis 46 Kilogramm und wurde im Oktober 2021 in Oslo Vizeweltmeisterin bei den Frauen (bis 55 kg). Die wegen der Corona-Pandemie von 2020 auf 2021 verschobenen Olympischen Spiele in Tokio hatte sie angeschlagen noch verpasst. Auch ihre Vereinskollegin Jennifer Rösler ist Mitglied des Perspektivkaders. Die mittlerweile 21-Jährige hatte sich im Sommer 2022 bei den Junioren-Europameisterschaften in Rom die Bronzemedaille in der Gewichtsklasse bis 72 Kilogramm gesichert.

Ivan Seibel bendet U17-WM auf starkem 5. Platz

Ivan Seibel vom KSK Konkordia Neuss, im griechisch-römischen Kampfstil nur einer von zwei vom Deutschen Ringer-Bund für die U17-Weltmeisterschaften gemeldeten Athleten, hat in der türkischen Metropole Instanbul die Bronzemedaille nur knapp verpasst. Ins Turnier der Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm war der erst 15-Jährige am Montag mit einem kampflosen Sieg über den Ägypter Karim Elemary gestartet. Im Achtelfinale beherrschte der Fünfte der Europameisterschaften den Kirgisen Elnar Ishenbekov mit 10:3 und zog ins Achter-Teablau ein. Dort unterlag er zwar Shakhzod Ruziokhunov mit 0:8, da der Usbeke jedoch auch das Finale erreichte, blieb dem jungen Deutschen am Dienstag die Teilnahme an der Hoffnungsrunde. In der verdiente er sich mit einem 8:3-Erfolg über den Rumänen Ionut Mereuta die Chance, im kleinen Finale um Bronze zu ringen. Dass er gegen den Armenier Edgar Petrosyan nach einem 0:8-Rückstand auf Schulter verlor und schließlich Fünfter wurde, nahm dem KSK-Ehrenvorsitzenden Hermann J. Kahlenberg nichts von seiner Freude: „Das ist riesig!“

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