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Ringen: Ringen: Die Bundesliga wird zur Problemzone

Ringen : Ringen: Die Bundesliga wird zur Problemzone

Nicht nur der Rückzug des KSK Neuss aus der Bundesliga stellt den Deutschen Ringer-Bund (DRB) in Sachen Manschaftssport vor gravierende Probleme.

Zuvor hatten bereits der TSV Musberg (1. Liga) und die RWG Mömbris-Königshofen II ihre Rückzüge bekannt gegeben, gleiches wird dem AC Lichtenfels (beide 2. Liga) nachgesagt. Der DRB plant deshalb die Reduzierung der Zweiten Liga auf zwei statt bisher drei Staffeln, die Erste Liga soll wie bisher in zwei Gruppen kämpfen, die jedoch nur jeweils acht Mannschaften (statt neun) umfassen. Ein Jahr zuvor waren es noch zwei Zehnergruppen gewesen, 2006 gab es sogar vier Staffeln mit jeweils sechs Mannschaften, also 24 Erstligisten.

Musberg hatte hinter dem KSK den letzten Tabellenplatz im Westen belegt und wollte eigentlich in die Zweite Liga absteigen. Doch im Relegationskampf traf der TSV auf den SV Untergriesbach, der gleichfalls absteigen wollte, deshalb zum Heimkampf mit nur acht Ringern antrat und 0:40 verlor. Den Untergriesbachern droht nun ebenso wie Zweitligist TSV Benningen, der mit einer absichtlich herbeigeführten Niederlage dem Aufstieg entgehen wollte, die Rückversetzung in die Verbandsliga. Das Sportgerichtsverfahren gegen beide Klubs läuft ebenso noch wie die Überprüfung weiterer "an der Waage" herbeigeführter Niederlagen in einigen Zweitliga-Kämpfen.

Außerdem droht wegen angeblich illegaler Arbeitsverträge zwischen einigen Klubs und ihren Ringern eine Prozesslawine. Stefan Heinlein, 2. Vorsitzender des AC Lichtenfels, will Anzeige erstatten, weil nach seinen Recherchen 64 Prozent der Bundesliga-Ringer offiziell als "Amateure" gemeldet seien. Sie dürfen pro Jahr nur 2100 Euro verdienen, "ich weiß aber von Ringern, die 700 Euro pro Kampf erhalten", sagte Heinlein dem sid und verweist auf "Schwarzgeld-Zahlungen". DRB-Präsident Manfred Werner spricht in diesem Zusammenhang von "schwarzen Schafen: Es gibt Vereine, die sich zumindest am Rande der Legalität bewegen." Der Großteil der Bundesligisten arbeite allerdings seriös.

(NGZ/rl)